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Clickertraining ist eine positive Methode Ihr Pferd zu trainieren.
Die Lerntheorie besagt, dass die Belohnung eines Verhalten dazu
führt, dass das Verhalten in Zukunft öfter gezeigt wird.
Sie besagt auch, dass wenn man ein Verhalten ignoriert, dieses in
Zukunft weniger oft oder gar nicht mehr gezeigt wird. Mit dem Clickertraining
belohnt man genau die Verhalten, die man sehen möchte und ignoriert
die, welche unerwünscht sind. Um dieses zu ermöglichen
benötigt man eine kleine Box, die ein Klick-Geräusch macht
– den sogenannte Clicker.
Der Clicker sagt dem Pferd insgesamt 3 Dinge:
1. Das was du gemacht hast ist richtig,
2. Du darfst jetzt damit aufhören,
3. Du bekommst eine Belohnung.
Als Belohnung werden meistens Leckerlis, Äpfel oder Möhren
genommen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Pferde auch
Stellen haben, die sie gerne gekrault wissen. Auch solche Streicheleinheiten
können ebenfalls eine Belohnung darstellen.
Gewöhnung an den Clicker
Natürlich müssen Pferde erst lernen, was ein Clicker
bedeutet. Das nennt man Konditionierung und in diesem Fall ist es
die klassische Konditionierung. Pferde konditioniert man am einfachsten
an den Clicker, in dem man sie die ausgestreckte Hand berühren
lässt. Im Augenblick der Berührung wird geklickt und dann
ein Leckerli gefüttert. Man muss darauf achten, dass man erst
klickt und anschließend füttert, weil nur dann das Pferd
die Assoziation zwischen Clicker und Leckerli herstellt. Nachdem
man die ersten 5 – 7 Mal die Hand an derselben Stelle hingehalten
hat, verändert man nun die Position der Hand. Sie können
die Hand nun etwas tiefer, höher oder zur anderen Seite halten.
Wenn das Pferd weiterhin nach der Hand sucht und sie berührt,
gibt das bei jedem Mal einen Klick und Leckerli. Außerdem
kann man so kontrollieren, ob das Pferd das Prinzip verstanden hat.
Das Timing
Der Clicker bietet die Möglichkeit das Pferd genau in dem
Moment zu loben, wenn es etwas richtig gemacht hat. Das Timing ist
exakt. Mit dem Timing steht und fällt das Clickertraining.
Das Click-Geräusch ist wie ein Foto von dem Verhalten, welches
vom Pferd in seinem Kurzzeitgedächtnis gespeichert wird und
somit hat es ein mentales Bild von dem, was es tat als es den Klick
hörte.
Man könnte ja auch immer ‚"brav" sagen. Nur
wenn ich ‚"brav" sage, dauert es ziemlich lange
bis ich zu Ende gesprochen habe. Während dieser Zeit könnte
das Pferd schon längst wieder etwas anderes machen, z. B. mit
dem Kopf schütteln, mit den Hufen stampfen, oder mit dem Schweif
schlagen. Der Click ist kurz und knackig und deswegen kann das Timing
genau bestimmt werden. Außerdem ist der Clicker neutral. Er
klingt immer gleich. Unsere Stimme hingegen schwankt mit unseren
Emotionen und es bedarf viel Training und Selbstbeherrschung sie
immer gleich klingen zu lassen.
Kleine Schritte führen schneller zum Ziel als man
denkt
Beim Clickertraining wird in kleinen Schritten auf das große
Ziel hin trainiert. Dabei spielt das Timing eine entscheidende Rolle.
Wenn man z. B. ein junges Pferd trainiert rückwärts zu
gehen, warte ich mit dem ersten Click nicht bis es einen Schritt
zurück gemacht hat, sondern klicke bereits dann, wenn es nur
sein Gewicht nach hinten verlagert. Nachdem man das ein paar Mal
geklickert hat, wird das Pferd wahrscheinlich automatisch einen
Schritt nach hinten machen. Dafür gibt es dann einen Click
und viele Leckerlis als Jackpot sozusagen.
Nun hat das Pferd einen Schritt zurück gemacht, aber das heißt
noch nicht, dass es bereits gelernt hat rückwärts zu gehen.
Darum klickt man wieder, wenn das Pferd sein Gewicht etwas nach
hinten verlagert. Nach ein paar Clicks wird es wahrscheinlich noch
einen Schritt zurück machen. Dann gibt es wieder einen Jackpot
zur Belohnung. Nun kann es bereits sein, dass das Pferd sofort einen
Schritt rückwärts macht. Je nach Pferd kann das ein Zufallstreffer
sein, oder bereits gelerntes Verhalten.
Wenn das Pferd Schritt für Schritt zurück geht, fange
ich an, nach 2 Schritten zu klicken, dann nach drei Schritten und
schließlich 4 Schritten. Wenn es eine Pferdelänge rückwärts
gehen kann, klicke ich erst nach zwei Pferdlängen bis ich gar
nicht mehr klicken brauche.
Der Jackpot
Der Jackpot ist eine wichtige Funktion beim Clickertraining. Wenn
man sonst nur Äpfel und Möhren füttert, dann könnten
Leckerlis als Jackpot dienen. Den Jackpot kann man immer dann einsetzten,
wenn es einen Durchbruch im Training gegeben hat. Das Pferd hat
plötzlich das getan, was von ihm verlangt wurde. Der Jackpot
trägt dazu bei, dass das Pferd dieses Verhalten besser behält
und es wird dazu motiviert, es noch einmal zu zeigen. Es gibt einige
Reiter, die satteln ihre Pferde prompt ab, wenn sie etwas gut gemacht
haben auch wenn sie nur 20 oder 30 Minuten trainiert hatten. Das
ist ebenfalls ein Jackpot.

Worauf man beim Clickern achten sollte
Obwohl der Klicker unglaubliche Trainingsmöglichkeiten bietet,
sollten folgende Punkte beachtet werden:
• Der Click kommt immer vor dem Leckerli.
• Ein Click garantiert eine Belohnung. Sogar wenn man das
Falsche clickt, muss eine Belohnung folgen; ein Versprechen darf
man nicht brechen.
• Ein Click - eine Belohnung - niemals mehrere Clicks. Man
kann aber die Belohnung besonders groß ausfallen lassen,
z. B. mit einem besonders leckeren Leckerli, vielen Streicheleinheiten,
Hände klatschen.
• Der Click beendet ein Verhalten. Es ist egal was das
Tier zwischen Click und Leckerli tut. Wenn das Tier etwas Neues
lernt und damit es während einer Trainingseinheit bei der
Sache bleibt, ist es wichtig oft zu klicken und zu belohnen. Man
sollte ca. alle 6 Sekunden clicken. Damit sichert man sich die
Anteilnahme des Tieres an dem Lernprozess.
• Clicken Sie nicht, um die Aufmerksamkeit des Tieres zu
bekommen. Das werden Sie, aber das ist nicht Sinn und Zweck des
Clickers.
• Der Clicker ist dafür da, neue Verhalten zu erlernen.
Wenn das Tier das neue Verhalten korrekt und zuverlässlich
erlernt hat und es außerdem auf Kommando ausführt,
kann man den Clicker wieder ausdünnen und schließlich
ganz weg lassen.
Zum Abschluss möchte ich darauf hinweisen, dass es wichtig
ist die ersten Clickertrainingsstunden unter qualifizierter Aufsicht
zu erlernen. Viele müssen erst lernen, die kleinen Veränderungen
ihres Pferdes zu erkennen. Außerdem brauchen die meisten etwas
Zeit das Timing zu optimieren. Denn wenn Sie das Timing nicht beherrschen,
versteht Ihr Pferd Sie nicht und das Clickertraining stiftet mehr
Verwirrung als das es helfen würde. Genauso ist es wichtig,
die kleinen Schritte zu belohnen und nicht sofort zu viel vom Pferd
zu verlangen. Denn verlangen Sie zu viel, versteht Sie Ihr Pferd
ebenfalls nicht und Sie, sowie Ihr Pferd, werden frustriert das
Training abbrechen. Dabei bietet Clickertraining viele Möglichkeiten
(Verladetraining, Tierarztphobie, Hufschmied, Verfeinerungen beim
Reiten, Anlehnung etc.) die Sie unbedingt ausschöpfen sollten.
Für Fragen und Auskünfte stehe ich Ihnen jeder Zeit gerne
zur Verfügung!
Evelyn Gericks
Creative Training – Verhaltenstherapie für Tiere
Fon: 0151 – 20 15 73 69
www.creative-training.de
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