Verbesserte Nutzung von Proteinen
bei der Fütterung von
Paar- und Unpaarhufern
und das Problem der Überfütterung
© Felipe Dreifuss –
Firma Natur für Natur
In freier Wildbahn lebende Pferde müssen sich viel bewegen
um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Sie sind daher gezwungen, täglich
eine nicht zu unterschätzende Energiemenge in Form von Futter
zu konsumieren. Im Reitsportbereich wird, bedingt durch die räumliche
Begrenzung von Stallungen, abgesteckten Koppeln und Paddocks, die
benötigte Energiemenge für die Futtermittelbeschaffung
minimiert. Dies hat zur Folge, dass die Tiere eine Futterration,
insbesondere Kraftfutter erhalten, die ihren Energiebedarf sowohl
in der Quantität, als auch in der Qualität, um ein Vielfaches
überschreitet.
Die täglich aufgenommene Futtermenge deckt nicht nur die Erhaltungsenergie,
sondern führt auch zu einem Überschuss an nicht-verbrauchter
Energie. Es kommt zu einer Überfütterung
der Tiere.
Der "Überschuss" wird größtenteils unverwertet
über den Kot ausgeschieden. Dabei entsteht Ammoniak, ein geruchsintensives,
toxisches und umweltbelastendes Produkt. Kotuntersuchungen ergeben
deutliche Unterschiede bei der Ausscheidung unverdauter Proteine,
zwischen Pferden mit „normaler“ Fütterung (zuviel
Kraftfutter mit z.B. Pellets) und solchen mit einer balancierten
(leistungsgerechten) Ernährung.
Hierzu eine tabellarische Darstellung:
Ammoniak entsteht bei jedem Verdauungsprozess, in
dem Eiweiß (Protein) umgesetzt wird. Es entsteht durch den
enzymatischen Abbau von Urin (Harnstoff bei Säugetieren, bzw.
Harnsäure bei Vögeln) und eiweißhaltigem Kot.
Ammoniak in der Stallluft ist gesundheitsschädlich
und kann bei ungenügender Belüftung zu gesundheitlichen
Beeinträchtigungen z. B. in den Atemwegen der Pferde führen.
Außerdem senkt die Ammoniakbelastung die Widerstandsfähigkeit
der Tiere.
Laut verschiedener Studien, die seit 1986 durchgeführt
wurden, sind über 30 % der Fälle, in denen eine Unbrauchbarkeit
des Pferdes für den Reitsport eintritt, durch chronische Veränderungen
der Atemorgane, mit entsprechender Leistungsminderung, begründet.
Man geht davon aus, dass etwa 80 % der Stallpferde Symptomatik oder
latent vorhandene Schäden der Atemwege aufweisen. Forschungsergebnissen
zufolge wurden Tierärzte am häufigsten wegen Erkrankungen
der Atemwege oder wegen Koliken gerufen.
Um die Problematik der Überfütterung und
des unverdauten Eiweißes angehen zu können, sollte zunächst
die komplette Zusammenstellung des Futters (Vom Grundfutter bis
zum Kraftfutter) überdacht werden:
Gras
Gras enthält bei einem relativ geringen Energiegehalt viel
Eiweiß. Je jünger das Gras, desto höher sein Eiweißgehalt.
Daher ist auf jeden Fall eine überständige Weide mit eher
kargen Gräsern zu bevorzugen. Da zuviel Eiweiß zu gesundheitlichen
Problemen bei den Pferden führen kann, ist Gras als alleiniges
Grundfutter abzulehnen. Ein zeitlich auf ca. 2-3 Stunden begrenzter
Weidegang ist aber schon alleine wegen des Kontaktes mit Artgenossen
und der Bewegung der Pferde zu befürworten.
Raufutter:
Da das Pferd entwicklungsgeschichtlich ein Dauerfresser ist und
der Pferdedarm für eine normale Funktionalität zwingend
auf Rohfasern angewiesen ist, ist die ausreichende Gabe von Raufutter
unabdingbar. Heu und Stroh sollten möglichst ständig zur
Verfügung stehen. Während der Wintermonate sollte die
Mindestmenge von 1,5 kg pro 100 kg Pferdegewicht am Tag eingehalten
werden.
Heu
Heu für Pferde muss stängelig und damit hart sein, weil
das Kauen der groben Fasern der gleichmäßigen Abnutzung
der Zahnkauflächen dient und es hierdurch weniger zur „Hakenbildung“
an den Backenzähnen kommt. Außerdem kommt es bei ausreichender
Heufütterung deutlich seltener zu Schlundverstopfungen, Verstopfung
und Durchfall. Heu für Pferde sollte von frischem Geruch sein.
Es sollte bei normal arbeitenden Warmblütern grundsätzlich
ad libitum, also bis zur Sättigung gefüttert werden. Vollblüter,
die im vollen Training stehen, reduzieren von sich aus ihren Heukonsum,
bei erhöhter Kraftfuttermenge.
Unzureichende Heufütterung ist häufig die Ursache für
das wiederholte Auftreten von
Koliken.
Stroh
Stroh dient nicht nur als Einstreu, sondern auch als Futtermittel.
Als gutes Futterstroh wird das von Hafer- und Sommerweizen angesehen.
Gersten- und Roggenstroh sollten besser zum Einstreuen verwendet
werden. Stroh enthält zwar nur ca. 60% des Energiegehaltes
von Heu, ist aber wegen seines hohen Rohfaseranteils nicht weniger
wertvoll. Stroh muss eine saubere Farbe aufweisen und möglichst
frei von grauen Belägen sein. Insgesamt graues oder stark staubiges
Stroh sollte als Futter nicht verwendet werden. Gutes Futterstroh
ist von goldener bis gelblicher Farbe und völlig trocken. Es
riecht neutral und fühlt sich rau an. Da große Strohmengen
zu Verstopfungen führen können, sollte die tägliche
Ration täglich nicht mehr als ca. 3 kg betragen.
Saftfutter:
Saftfutter besteht aus Gras, Obst, Gemüse u.a. und enthält
für Pferde wichtige Vitamine, Provitamine, Mineralstoffe und
Spurenelemente. Bei der Verfütterung von Saftfutter ist zu
beachten, dass es stets von einwandfreier Qualität ist. Zeigt
es Anzeichen von Verderbnis, ist wegen Toxinbelastung und Kolikgefahr
von einer Verfütterung Abstand zu nehmen.
Obst und Gemüse
Karotten und Futtermöhren sind schmackhaft,
enthalten viel ß-Carotin und wirken appetitanregend. Man kann
bis zu ca. 2kg je 100 Kg Pferdegewicht pro Tag füttern.
Rote Beete sind reich an Eisen und Folsäure
und können auch in größeren Mengen gegeben werden.
Äpfel dürfen wegen ihres Vitamin C-Gehaltes
in Mengen bis zu 1kg pro 100kg- Körpergewicht pro Tag verfüttert
werden.
Kraftfutter:
Ich persönlich denke, dass über dieses Thema niemals Einigkeit
herrschen wird, vor allem nicht über die Menge, die ein Pferd
mindestens oder höchstens erhalten sollte. Jeder vertritt hier
seine persönlichen Ansichten.
Einigkeit besteht möglicherweise nur darüber, dass meistens
mehr Kraftfutter gegeben wird, als es dem tatsächlichen Bedarf
der Pferde entspricht (Überfütterung). Das bedeutet, dass
die Pferde mehr Energie zugeführt bekommen, als sie verbrennen
können und daraus resultieren unter anderem die typischen Verdauungsprobleme.
Um diese Probleme anzugehen, sollte man vielleicht anfangen,
das Kraftfutter nur als Ergänzungsfutter zu sehen, welches
lediglich das Grundfutter in seiner Qualität mit den fehlenden
Mikroelementen ergänzen soll.
Nun ergibt sich die Frage, in welcher Form und Menge das
Ergänzungsfutter gegeben werden sollte. Dies ist zum Einen
von der Qualität des Grundfutters, sowie zum andern von der
Leistung des Pferdes abhängig und somit nicht pauschal zu beziffern.
Nun haben wir uns mit der kompletten Zusammensetzung
des Futters beschäftigt undsollten uns jetzt befassen, wie
wir die Nutzung der Proteine verbessern können.
Hierzu müssen wir uns die Bestandteile der Nahrung
einmal ansehen:
Kohlehydrate, Lipide und Proteine sind die Grundbaustoffe für
den Stoffwechsel. Erstere sorgen für den Energiehaushalt und
die Proteine für die Bildung der Körpermasse (Gewichtszunahme).
Im Bereich des Dünndarms wird durch "vergärbare Faserstoffe"
(Ballast) der pH-Wert gemindert, was zu einer Aktivierung Protein
abbauender Mikroorganismen führt. Diese zerlegen die Eiweiße
in die für den Organismus benötigten Aminosäuren.
Nach der Passage durch die Darmschleimhaut werden die Aminosäuren
im Blut der Leber zugeführt, um dann wieder in körpereigenes
Protein eingebaut zu werden.
Die Proteine bilden den Grundstoff des tierischen
Gewebes, welches über das ganze Leben hinweg kontinuierlich
erneuert wird („Erhaltung“). Sie tragen aber nicht nur
zur Zellerneuerung bei, sondern ebenso zum Wachstum und zur Bildung
von Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern. Der beschriebene Prozess
beschreibt also die Umwandlung („Verstoffwechslung“)
von pflanzlichem in tierisches Eiweiß.
Um diese Verstoffwechslung der Proteine im Tierkörper
zu optimieren, stehen uns einige Stoffe aus der Natur zur Verfügung,
die wir nutzen können. Diese „Aktivstoffe“, z.B.
Bentonit-Montmorillonit, Bierhefe, Biertreber, spezielle Seealgen
und andere (enthalten in Kamelat®), richtig aktiviert, rufen
eine verbesserte Nutzung der Futtermittel durch den Tierorganismus
hervor. Gleichzeitig wird ein Verlust an nicht verwerteten Nährstoffen,
aufgrund einer schlechten Verdauung, auf ein Minimum reduziert.
Das heißt, die Aktivstoffe bewirken, mit geringst
möglichem Futteraufwand die bestmögliche Ernährung
der Pferde zu erreichen.
Modellversuche haben gezeigt, dass vergärbare
Energie in Form von Zusatzstoffen den pH-Wert des Futterbreis, nach
Verlassen des Magens, leicht senkt. Hierdurch werden eiweißabbauende
Organismen gefördert.
Der so veränderte, verdaubare Futterbrei stellt
nun über den Darm und den Blutkreislauf für den Organismus
weitere verwertbare Substanzen zur Verfügung. Der Blutcholesterinspiegel
wird gesenkt und die biologischen Filter (Leber, Nieren) entlastet.
Somit werden Erkrankungen wie Durchfall und Koliken vermieden.
Felipe Dreifuss
Natur für Natur
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