Sie sind hier: Artikel -> Berichte -> Angst beim Reiten durch Hypnose besiegen

Hypnose gegen Angst beim Reiten - Heilpraktiker Andreas Wischerhoff

von Doris Haardt u. Gabi Kaczmarek

Andreas Wischerhoff ist Heilpraktiker und zertifizierter Hypnosetherapeut. In seiner Telgter Naturheilpraxis arbeitet der 52-jährige vor allem mit medizinisch-therapeutischen Hypnose-Verfahren.

Und mit was für Problemen kommen Menschen zur Hypnose? Das wollte Fleygur von dem Hypnotherapeuten wissen. „Menschen mit schwerster Migräne entscheiden sich ebenso für die Therapie mit Hypnose, wie etwa Patienten, die schon seit Jahren mit Rückenschmerzen kämpfen“, erzählt der erfahrene Heilpraktiker.
Es sind also beileibe nicht nur Raucher, die dem Glimmstängel endgültig Adieu sagen wollen.
Oft sind es auch Menschen, die ihre Ängste loswerden wollen. Und da der Hypnotherapeut selbst begeisterter Islandpferdereiter ist, kommen immer wieder Reiter zu ihm. Beispielsweise um nach einem schweren Sturz mit dem Pferd wieder den unbeschwerten Weg zurück in den Sattel zu finden. „Angst ist unter Reitern weit verbreitet“, weiß Hypnotherapeut Wischerhoff. Doch niemand mag so recht darüber sprechen.
Schade, denn die therapeutische Hypnose kann der Weg zum angstfreien Reiten sein, wie die zwei folgenden Erfahrungsberichte und das anschließende Fleygur-Interview mit Andreas Wischerhoff zeigen.

 

Doris Haardt wollte das „Experiment wagen“ und hat sich aufgrund ihrer zunehmenden Ängste beim Reiten von Andreas behandeln lassen.
Für Fleygur hat sie den folgenden Erfahrungsbericht geschrieben:

Angst beim Reiten ist ein schleichender Prozess; es sind Vermeidungsstrategien, die nach und nach immer mehr Raum einnehmen, bis schließlich von unserem fröhlichen Hobby nur noch ein Schatten übrig bleibt.
„Heute habe ich so wenig Zeit, ich begnüge mich mit Bodenarbeit.“
„Das Wetter ist zu heiß, zu kalt, zu windig, ich lasse mein Pferd einfach nur frei in der Halle laufen.“
„Ich trabe oder galoppiere nicht mehr auf dem Weg, auf dem mein Pferd neulich so gestolpert ist.“
„Ich reite nicht mehr an der Stelle vorbei, wo mein Pferd sich gestern so erschrocken hat.“
„Mein Pferd sieht so lustlos aus, das hat gar keinen Bock auf einen Ausritt.“
Wer kennt sie nicht, diese Ausreden und Ausflüchte, von denen jede für sich noch gar nicht überbewertet werden soll. Aber wer die Gesamtmenge bei sich wiederfindet, sollte stutzig werden.
Abgesehen davon, was einem selbst an Lebensfreude verloren geht – dem Pferd gegenüber ist ein ängstlicher Reiter eigentlich eine Zumutung! Ein Fluchttier, dem ein unsicheres, zweifelndes Wesen im Nacken sitzt, das mit jeder Faser seines Körpers sagt: „Ich will hier weg!“, ist nicht mehr in der Lage, auf die Hilfen des Reiters richtig zu reagieren. Ich verweise hier auf das Fleygur-Interview mit Eckhard Meyners, der eindeutig sagt:  „Wer ein Angstproblem hat, gehört nicht aufs Pferd!“.
Als ich irgendwann feststellte, dass ich ein Angstproblem hatte, habe ich natürlich erstmal versucht, mir selbst zu helfen, aber man gerät doch schnell an seine Grenzen! Ohne professionelle Hilfe kommt man nicht sehr viel weiter.
Andreas kannte ich schon länger, nicht als Heilpraktiker sondern als Freizeitreiter. Eines Tages kam er gerade von einer seiner Hypnosefortbildungen und erzählte so begeistert davon, man merkte sofort: das ist sein Ding!
Als ich mich entschloss, meine Reitangst zu therapieren war klar: Hypnose bei Andreas!

Schon seine Praxisräume in Telgte sind so idyllisch gelegen und so schön eingerichtet, dass man sich sofort wohlfühlt.

 

 

Es gibt ein Einführungsgespräch, bei dem Andreas die Abläufe erklärt und versucht, wichtige Dinge zu erfahren, die er dann in der Hypnose verwenden kann. Die Hypnose ist eine Art geführte Reise ins Unterbewusstsein. Der Reisende gibt das Ziel an, in diesem Fall „keine Angst vorm Reiten“ – und der Therapeut ist ein einfühlsamer Reisebegleiter, der dafür sorgt, dass der Reisende bestimmte Stationen passiert, die ihn zu seinem Ziel und wieder zurück begleiten.
Als erstes wird man in eine sehr tiefe, angenehme Entspannung versetzt. Man weiß jederzeit, wo man ist und was gerade passiert. Es gibt keinen Kontrollverlust. Die Hypnose funktioniert nur, wenn es keine Diskrepanz zwischen den Vorgaben des Reisenden und den Anleitungen des Reiseleiters gibt.  Andreas hat dafür ein sehr feines Gespür und inzwischen eine sehr große Erfahrung. Die Aufgaben oder Vorgaben, die er während der Hypnose stellt, sind immer nachvollziehbar, und auch, wenn man es nicht immer schafft, sie umsetzen, so erschließt sich einem doch sofort der Sinn.
Wenn man aus der tiefen Entspannung zurückkehrt, kann man sich an alles erinnern. Beim Nachgespräch hat man Zeit, in aller Ruhe wieder in die Alltäglichkeit zurückzukehren. Im Ganzen dauert so eine Sitzung ca. zwei Stunden.
Der Effekt kommt teilweise sofort: es geht einem gut, auch wenn so eine Reise manchmal etwas anstrengend sein kann.
An den folgenden Tagen merkt man, wie sich allein der Gedanke ans Reiten anders anfühlt: er ist nicht mehr so abschreckend, die Ausreden und Vermeidungsstrategien geraten mehr in den Hintergrund.
Der Gedanke ans Reiten gewinnt zunehmend an Attraktivität.
Und nach ein paar Tagen kommt der Moment, wo man einfach sein Pferd sattelt und losreitet. Die Angst ist noch nicht vollständig verschwunden, aber sie hat ihre absolute Macht eingebüßt. Je nachdem wie gravierend das Problem war, braucht man noch 1 bis 2 Sitzungen und von Mal zu Mal fühlt sich das Reiten wieder selbstverständlicher an. Das Pferd reagiert auf den gelassenen Reiter sensibel und entspannt. Es  wird automatisch selbst gelassener und freut sich über den fein sich einfühlenden, unverspannten Reiter. Eine völlig neue Qualität der Kommunikation entsteht. Das Reiten fühlt sich wieder an wie ganz früher, als Kind: unbedarft und fröhlich!
Bei alldem ist man aber nicht tollkühn und unvorsichtig. Man geht nicht blauäugig in Situationen, die einen überfordern würden. Vielmehr steigert sich langsam die Dosis an Herausforderungen. Erfolgserlebnisse werden wirklich positiv verbucht und nicht ignoriert, wie vor der Therapie.
Als angenehmer „Nebeneffekt“ stellt sich eine allgemeine Gelassenheit gegenüber unangenehmen, stressigen Alltagssituationen ein. Man lässt sich nicht mehr so schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Im Nachhinein war alles so verblüffend einfach, dass einem noch jede Menge „Reiseziele“ einfallen, die man mit Andreas Hilfe abarbeiten könnte.


Auch Gabi vom Fleygur-Team wollte es genau wissen und hat sich von Andreas hypnotisieren lassen.
Ich fand das Thema Hypnose schon immer spannend, war mir aber nie so sicher, ob es wirklich etwas bringt. Ja eigentlich war ich mir nicht mal sicher, ob ich überhaupt „hypnotisierbar“ bin.
Mein Problem: mehrere Stürze mitsamt Pferd, kopfüber aus dem Trab, verursacht durch Stolpern, führten zu einem unguten Gefühl bzw. in manchen Situationen auch zu richtiger Angst beim Traben.
Meine Erfahrungen:
Es funktioniert! Ich bin direkt im Anschluss an die erste „Sitzung“ auf das Pferd gestiegen und es fiel mir sofort viel leichter anzutraben. Eigentlich war da nur noch die Erwartung während des Ritts: „da hinten kommen Steine, da kommt eine rutschige Stelle….gleich kommt die Angst und ich muss durchparieren.“ Die Angst kam aber nicht, bzw nur sehr abgeschwächt.
Es brauchte noch zwei weitere Hypnosen, bis das Thema “Angst beim Reiten“ für mich komplett erledigt war. Heute (die letzte Hypnose ist nun ca. 4 Monate her) denke ich noch manchmal lächelnd zurück, wenn ich über Stellen trabe, an denen ich früher - völlig unbegründet - durchparieren musste!


Interview mit Andreas Wischerhoff zur Hypnosetherapie:

Du besitzt selbst ein Islandpferd. Hattest du selbst schon mal Angst beim Reiten?

Einmal? (Lacht) Die ganzen Jahre, in denen ich als Späteinsteiger reiten lernte, waren von Angst geprägt. Und auch danach war auf so manchem Ausritt mehr Angst als Pferdeliebe mit dabei. Schade, dass ich damals die Hypnosetherapie noch nicht kannte. Sie hätte mir viel Leid und Zeit erspart. Heute ist es anders.

Warum ist die Hypnosetherapie bei Angstreitern so effektiv?

Angst hat was mit Erfahrung, aber auch mit „Glaubenssätzen“ zu tun. Diese Überzeugungen sind im Unterbewusstsein gespeichert. Unser Bewusstsein kramt sie immer dann wieder hervor, wenn es das für Notwendig hält.
In der Hypnose verändern nun Patient und Hypno-Therapeut gemeinsam diese Erfahrungssätze.
Als Hypnosetherapeut nutze ich dabei gezielt eine ganz besondere Fähigkeit des menschlichen Geistes. Nämlich die Eigenschaft, in einem bestimmten Bewusstseinszustand sich Dinge so intensiv vorzustellen, dass sie für uns Realität werden. Die hypnotische Trance schafft diesen erweiterten Bewusstseinszustand. Durch geeignete Suggestionen - etwa Wortbilder, Geschichten, Beispiele oder Vergleiche - werden in der Hypnose neue Glaubenssätze, neue Überzeugungen geschaffen. Überholte und hinderliche, furchtauslösende Glaubenssätze werden gewissermaßen für Ungültig erklärt. So lösen wir gemeinsam die Ursache der Angst endgültig auf.

Ist Hypnose für jeden geeignet?

Grundsätzlich ja. Aber vor jeder Hypnose-Therapie steht ein ausführliches Vorgespräch. Dabei kläre ich soweit wie möglich körperliche und psychische Erkrankungen ab. Hypnose ist zwar eine sehr sanfte Therapie. Dennoch wird ein verantwortungsvoller Behandler sie bei bestimmten Erkrankungen des Körpers und Geistes nur unter Vorbehalt einsetzen.
In Hypnose oder in eine Trance gehen, ohne dass dabei therapeutisch oder korrigierend gearbeitet werden soll, kann eigentlich jeder Mensch. Tiefe und Geschwindigkeit, in der das geschieht, sind jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Ach ja – es ist übrigens noch nie passiert, dass ein Mensch nicht wieder aus der Hypnose aufgewacht ist. Denn da der Hypnotisierte gar nicht schläft, muss er auch nicht aufwachen!

Ist man denn unter Hypnose willenlos? Tue ich dann Dinge, die ich eigentlich nicht will oder an die ich mich später nicht erinnern kann?

In Hypnose ist man ganz und gar nicht dem Willen des Hypnotiseurs ausgeliefert, und man wird ganz sicher nichts tun, was gegen den eigenen Willen geht. Denn Hypnose ist so etwas wie eine Vereinbarung zwischen Therapeut und Patient. Sie funktioniert nur dann wirklich, wenn der Patient bereit ist, dem zu folgen, was der Hypnotherapeut sagt. Stoße ich als Hypnotherapeut auf Widerstand, steigt der Patient unter Umständen einfach aus der Hypnose aus.

Bist du auch mobil auf Höfen im Einsatz?

Nein. Ich komme raus, um mir die Situation rund um „Ross und Reiter“ anzuschauen. Die Behandlung selber aber findet in der Praxis statt. Angst-Therapie in Hypnose ist ernsthafte Therapie und kein Spazierritt. Deshalb gehört die medizinische Hypnose in ein professionelles Umfeld und in einen geschützten Raum, so wie ihn meine Praxis bietet. Sonst läuft man schnell Gefahr, dass die Hypno-Therapie mit Showhypnose verwechselt wird.

Mit welchen Kosten und welchem Zeitaufwand muss man rechnen?

Inklusive Vorgespräch und Therapiesitzungen muss man von zwei bis drei Sitzungen ausgehen. Die erste Therapie-Einheit dauert mindesten zwei Stunden, manchmal auch mehr. Auch die Folgesitzungen brauchen zwischen 90 und 120 Minuten. Ganz exakt planbar ist so etwas nicht.
Jeder Patient reagiert anders. Und jeder Patient braucht seine individuelle Zeit für seine Hypnose. Ein Grund mit, warum ich in der Praxis behandle.

Und die Kosten?
Die Erstsitzung liegt bei rund 180 Euro, je nach Verlauf und Zeit auch etwas mehr. Jede folgende Hypnosetherapie-Sitzung kostet zwischen 130 und 150 Euro.

Vielen Dank für das Interview!

 

Naturheilpraxis &
Hypnose-Therapie-Praxis
Andreas Wischerhoff
48291 Telgte
Mühlenstraße 16
Telefon: 02504 / 737 153
Mobil: 0171 / 744 0729
E-Mail:
info@heilpraktiker-wischerhoff.de
Web:
www.hypnose-therapie-telgte.de

Bild: Andreas Wischerhoff ist Hypnose- und Naturheilpraktiker