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Dies ist kein Exkurs über die verschiedenen Ausbildungssysteme und kein Rezept für die richtige Durchführung. Hier wird weder die Do-it-yourself-Methode hochgelobt oder verteufelt, noch wird der professionelle Beritt als allein-selig-machend oder als Pferdeschinderei dargestellt. Dieser Artikel soll die Entscheidung erleichtern, ob „selbst ausbilden eine oder keine gute Idee“ ist. Checklisten dienen der Erfassung aller relevanten Details.
1. Pferdeverhalten und Selbsteinschätzung
Gene und Umwelteinflüsse prägen jedes Lebewesen. Auch Pferde entwickeln durch Veranlagung und Umwelterfahrungen unterschiedliche Verhaltensweisen. Manche davon erleichtern die Ausbildung, andere erschweren sie. Um ein Pferd selbst auszubilden, darf es keinen schwierigen Charakter haben oder falsch behandelt worden sein. In Checkliste 1 sind positive und negative Eigenschaften aufgelistet, die für bzw. gegen ein „Selbst ausbilden“ sprechen.
Checkliste 1 Pferdeverhalten
Selbst ausbilden ... |
... eine gute Idee |
.... keine gute Idee |
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gutes Nervenkostüm |
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extrem schreckhaft |
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Gesundheit |
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übernervös |
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artgerecht aufgewachsen |
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Durchgänger |
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Menschen gewohnt |
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falsch behandelt |
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optimaler Futterzustand |
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verwöhnt |
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artgerecht gehalten |
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extrem scheu |
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gute Erziehung |
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krank |
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gute Ausbildung |
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verritten |
Nun folgt die persönliche Gewissenserforschung:
Die Tabelle enthält diverse menschliche Eigenschaften zum Ankreuzen. (Wer Probleme bei der Selbsteinschätzung hat, kann sehr gut Familie und Freunde befragen!)
Checkliste 2
Selbsteinschätzung
Selbst ausbilden ... |
... eine gute Idee |
.... keine gute Idee |
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Selbstsicherheit |
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Reizbarkeit |
x |
Belastbarkeit |
x |
Nachgiebigkeit |
x |
Geduld |
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beruflicher und/oder privater Stress |
x |
Konsequenz |
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Gesundheitsprobleme |
x |
Disziplin |
|
voller Terminkalender |
x |
körperlich topfit |
x |
spontan |
x |
reichlich Freizeit |
x |
Bedenken |
x |
Selbstbeherrschung |
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impulsiv |
Es ist ziemlich eindeutig: die Eigenschaften der linken Spalte machen einen wirklich guten Pferdeausbilder aus, die in der rechten Spalte sind eher kontraproduktiv. Am besten wäre links alles und rechts gar nichts angekreuzt. Aber: Nobody is perfect! Auf jeden Fall sollten links mindestens doppelt so viele Kreuzchen sein wie rechts. Sind in der rechten Spalte mehr Eigenschaften markiert, ist der Plan vom Selbst-Ausbilden definitiv keine gute Idee.
Wenn die grundsätzliche Eignung feststeht, geht es als nächstes um die reiterlichen Fähigkeiten. Wer bisher zwar gut, aber nur freizeitmäßig im Gelände geritten ist, kann keinen Rennpasser ausbilden. Ein Reiter ohne reichlich Tölterfahrung auf unterschiedlichen Pferden darf kein Gangpferd trainieren. Wer immer nur ein und dasselbe ältere Pferd reitet, sollte kein Jungpferd anreiten.
Als Faustregel gilt: Um ein Pferd auszubilden, braucht es einen sehr guten, vielseitigen und routinierten Reiter, für den das angestrebte Ausbildungsziel nur eine leichte bis mittlere Anforderung ist.
Ob „Selbst ausbilden (k)eine gute Idee“ ist, kann ich nur an einem Beispiel demonstrieren. Voraussetzungen, Aufgaben und Ziele sind von Pferd zu ‚Pferd und von Mensch zu Mensch zu unterschiedlich.
Ich gehe also von einem Reiter aus, der – sagen wir –
fünf Jahre lang auf Schulpferden Reitunterricht erhalten hat
seit weiteren fünf Jahren ein eigenes Pferd besitzt
rein freizeitmäßig ohne Turnierambitionen reitet
trotzdem regelmäßig Reitunterricht nimmt
mehrmals wöchentlich reitet
allein und in der Gruppe reitet
in Gelände und Bahn reitet
(Nicht ohne Grund steht hier viermal „reitet“! Intensives Reiten ist die ultimative Voraussetzung!)
Und das neue Pferd ist – sagen wir –
- eine Stute
- drei- bis vierjährig
- kaum geritten
- an Menschen gewöhnt
2. Ausbildungsziel festlegen Was braucht das Pferd? Was wünscht sich der Reiter? Beide Aspekte müssen unter einen Hut gebracht werden. Ein verantwortungsvoller Reiter wird sich an den Bedürfnissen des Pferdes orientieren und seine eigenen Wünsche zurückschrauben. Nur so wird er es erfolgreich ausbilden können.
Die linke Spalte der Checkliste enthält die Schritte auf dem Weg zum Ausbildungsziel, das – wichtig! – die reiterlichen Fähigkeiten weit unterschreiten muss. Die rechte Spalte ist für die Wunschvorstellungen gedacht.
In einem zweiten Durchgang werden die Einträge nochmals überprüft und angekreuzt, was praktisch machbar ist.
In meinem Beispiel muss die junge Islandstute die Grundausbildung durchlaufen. Der Reiter hat keine unrealistischen Vorstellungen, aber auf die Teilnahme an Wanderritten wird er noch eine Weile warten müssen. Checkliste 2 könnte so aussehen: Checkliste 3
Ausbildungsziel festlegen
Selbst ausbilden ... |
… eine gute Idee |
… keine gute Idee |
x |
Vertrauen |
x |
Geländereiten |
x |
Gehorsam |
|
Wanderritte |
x |
Umgänglichkeit |
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|
x |
Anreiten |
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x |
Reiten in den Grundgangarten |
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x |
Gewöhnung an Gelände, Straßen |
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x |
Reiten allein und in der Gruppe |
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x |
Dressurgrundlagen |
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x |
Grundkondition |
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Ausbildungsziel: Grundausbildung |
3. Voraussetzungen überprüfen
Pferd, Reiter und Infrastruktur müssen bestimmte Bedingungen erfüllen, um eine erfolgreiche Ausbildung zu ermöglichen.
Für jeden Bereich gibt es getrennte Checklisten. Im ersten Durchgang werden die wünschenswerten Bedingungen links und die kontraproduktiven rechts eingetragen. Anschließend folgt das Ankreuzen der tatsächlich vorhandenen Voraussetzungen.
Sollten Mängel festgestellt werden, muss überprüft werden, ob Abhilfe möglich ist. Entsprechende Maßnahmen können die eine oder andere Einschränkung wettmachen. Solche Vorhaben werden unter „Voraussetzungen verbessern durch ...“ eingetragen.
In unserem Beispiel bestehen sie darin, sich und dem Pferd noch etwas Zeit für Beobachtung und Eingewöhnung zu geben, bevor mit der Arbeit begonnen wird. Checkliste 4A
Voraussetzungen Pferd
Selbst ausbilden ... |
... eine gute Idee |
.... keine gute Idee |
x |
nervenstark |
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extrem ängstlich und schreckhaft |
x |
gesund |
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überschäumendes Temperament |
x |
artgerecht aufgewachsen |
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falsch gehalten |
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eingewöhnt |
x |
noch fremd in Stall und Herde |
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kennt mich bereits |
x |
völlig unbekannt |
Voraussetzungen verbessern durch ... |
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intensive Beobachtung des Verhaltens in der Herde und gegenüber Menschen |
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Umgang mit dem Pferd bei Stallarbeit und Fütterung |
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akklimatisieren lassen |
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Checkliste 4B Voraussetzungen Reiter
Selbst ausbilden ... |
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... eine gute Idee |
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.... keine gute Idee |
x |
solide fortgeschrittener Reiter |
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Reitanfänger |
x |
intensives Reiten, Routine |
x |
reite nur „mein“ Pferd |
x |
Umgang mit diversen Pferden |
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wenig Umgang mit anderen Pferden |
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Reiten auf unterschiedlichen Pferden |
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chronischer Zeitmangel |
x |
reichlich Zeit zum Reiten |
x |
wenig Hintergrundwissen |
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praktisches/theoretisches Wissen |
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Bedenken, Angst |
Voraussetzungen verbessern durch ... |
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fehlendes theoretisches Wissen aneignen (Kurse, Seminare, Fachliteratur) |
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möglichst viele möglichst unterschiedliche Pferde reiten |
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Checkliste 4C
Voraussetzungen Infrastruktur
Selbst ausbilden ... |
... eine gute Idee |
.... keine gute Idee |
x |
sicherer Anbindeplatz |
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kein eingezäunter Platz |
x |
Longiermöglichkeit (Zirkel) |
x |
kein Helfer |
x |
eingezäunter Reitplatz |
x |
kein zuverlässiges Begleitpferd |
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Helfer mit Pferdeerfahrung |
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ziemlich schwieriges Gelände |
x |
zweckmäßige, gepflegte Ausrüstung |
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befahrene Straßen unvermeidlich |
x |
risikoarmes Gelände in Hofnähe |
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defekte/provisorische Ausrüstung |
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zuverlässiges Begleitpferd |
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keine ruhigen Zeiten auf der Anlage |
x |
ruhige Stunden nutzbar |
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Reitkappen-Muffel |
x |
Reitkappe selbstverständlich |
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... |
Voraussetzungen verbessern durch ... |
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kompetenten Helfer suchen |
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verschiedene Begleitpferde testen |
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4. Checklisten auswerten
Nach allen Verbesserungsmaßnahmen sollten in allen Tabellen mindestens dreimal so viele Kreuzchen sein wie auf der Negativseite. Dann, aber nur dann, hat „Selbst ausbilden“ eine echte Chance.
5. Ausbilden
Vorbereitung
Ein Konzept in Stichpunkten enthält die aufeinander folgenden Schritte bis zur Erreichung des Ausbildungsziels. Jeder einzelne davon darf praktisch und theoretisch höchstens eine leichte bis mittlere Anforderung für den Reiter darstellen.
Als nächstes erfolgt die Erstellung eines realistischen Zeitplans . Pferdeausbildung sollte regelmäßig und mehrmals wöchentlich stattfinden, idealerweise außerhalb der Fütterungszeiten, außerhalb hektischer Betriebsamkeit auf der Anlage (andere Pferde, Bereiter, Reitschüler), ohne beruflichen oder privaten Zeitdruck. Für die Dauer der Ausbildung gibt es leider kein Rezept. Jedes Pferd ist anders, jeder Mensch auch, es dauert eben so lange es dauert.
Sind alle benötigten Anlagebereiche zweckmäßig und sicher?
Durch die einzelnen Ausbildungsschritte sind die Ausrüstungsmaterialien bereits vorgegeben, sie müssen zweckmäßig und gepflegt sein.
Wird ein Helfer gebraucht? Er sollte kompetent im Umgang mit Pferden sein und frühzeitig informiert werden.
Durchführung
Und nun wird das Konzept Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt. Es ist wichtig, sich an den Zeitplan zu halten – auch wenn das nicht immer leicht ist. Dagegen muss die Umsetzung der einzelnen Schritte flexibel bleiben. Das Pferd soll mit Interesse bei der Sache sein, darf weder über- noch unterfordert werden. Seine Reaktionen bestimmen das richtige Maß von Arbeit und Fortschritt. Wiederholungen müssen abwechslungsreich und möglichst sinnvoll für das Pferd gestaltet werden. Ausgiebiges und pferdegemäßes Lob ist wichtig, über die anfangs nicht perfekte Ausführung kann man großzügig hinweg sehen. Der nächste Ausbildungsschritt wird erst in Angriff genommen, wenn der aktuelle wirklich sitzt und abrufbar ist.
Kann sein, manches geht schneller als geplant, anderes wird schwieriger sein als vorgesehen. Wenn etwas gar nicht funktioniert, sollte der Fehler nicht beim Pferd gesucht werden sondern die Aufgabe kreativ neu gestaltet werden, dass sie dem Pferd fast keine Wahl lässt (neue Anordnung, Helfer einsetzen, anderer Ort, etc.). Manchmal ist es nötig, in der Ausbildung einen Schritt zurück zu gehen, die Grundlagen zu überprüfen und zu festigen, um dadurch zu positiven Resultaten zu kommen.
Niemals darf man sich auf ein Kräftemessen einlassen. Das Pferd ist allemal stärker als der Mensch und wird in einem Zweikampf immer siegen. Unser Kopf ist zwar kleiner als der des Pferdes, aber unser Gehirn ist größer! Es ist unsere Aufgabe, die Ausbildung so zu gestalten, dass das Pferd die Anforderungen verstehen und ausführen kann.
Wer auf diese Weise mit dem Pferd arbeitet, kommt ohne Strafen aus. In der Ausbildung ist selten Ungehorsam der Grund für Probleme sondern meist Nicht-Verstehen. Gestraft werden darf nur, wenn es sich – später mal - offensichtlich widersetzt, und auch dann möglichst pferdegemäß (Herdenverhalten!)und nur unmittelbar – innerhalb einer Minute – nach dem Ungehorsam. Nicht nach fünf Minuten und auf keinen Fall im Zorn! Es ist besser, das Training für diesmal abzubrechen als ungerecht zu bestrafen.
Und sollte es öfter nötig sein, das Training – aus welchem Grund immer –abzubrechen, dann war das Projekt „Selbst ausbilden“ keine gute Idee! Der Reiter hat sich offensichtlich falsch eingeschätzt und sollte schleunigst die Konsequenzen ziehen. Daher mein Appell:
Wenn es so ist,
dass eine der Checklisten ein negatives Ergebnis bringt,
dass sich an der persönlichen Situation etwas ändert, was Checkliste 3B negativ beeinflusst,
- dass das Pferd schwieriger ist als erwartet,
- dass das Talent des Pferdes die reiterlichen Fähigkeiten übersteigt,
dass es zu lange dauert,
dass es an einem bestimmten Punkt stagniert,
dass die Lust abhanden kommt, auch ohne Angabe von Gründen,
dann ist es Zeit, das Pferd nicht (weiter) selbst auszubilden sondern es in Beritt zu geben. Das ist die einzig richtige und klügste Lösung, und Pferd und Reiter werden davon profitieren.
Den Artikel und die Checklisten zum Ausdrucken finden Sie
hier als .pdf Dokument.
Mehr zum Thema finden Sie in: "Ein Hobby mit Konsequenzen" von Margit Heumann, IPZV Trainerin B und Buchautorin, Tierbuchverlag Irene Hohe.
Zur Fleygur-Webseite von Margit Heumann gehts hier:
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