Eike Ruckenbrod
Teil 3:
Das natürliche Konzept
Das Pferd ist ein Fluchttier
Verhaltensmerkmale u. a.:
Es ist unsicher.
Es ist allem Neuen gegenüber misstrauisch.
Es gerät schnell in Angst oder Panik und schaltet dann sein Hirn aus.
Das Pferd hat von Natur aus Platzangst, deshalb bedarf es viel Vertrauen zum Mensch in den Hänger zu gehen.
Es flüchtet vor dem Schmerz, z. B. es rennt nur noch, weil ein schlecht sitzender Sattel ihm Schmerzen bereitet; es bleibt beim Aufsteigen nicht stehen, weil der Reiter ihm fest in den Rücken plumpst.
Das Pferd ist ein Herdentier
Es organisiert sich in Herden, damit sie den entstehenden Überlebensstress untereinander aufteilen können.
Verhaltensmerkmale u. a.:
Es sucht die Sicherheit in der Herde, für die der Ranghöhere sorgt.
Es genießt den Komfort, den ihm seine Herde bietet. Unruhestifter werden aus dem Herdenverband ausgeschlossen, bis sie sich an die Spielregeln der Gruppe halten. Den Zeitpunkt der Wiedereingliederung bestimmt die Leitstute.
Es gliedert sich in eine Rangordnung ein, in der jedes Pferd einen festen Platz hat.
Das Pferd ist grundsätzlich ein bequemes Wesen, das den ganzen Tag fressen will.
Der Mensch sieht aus wie ein Raubtier
Merkmale u. a.:
Er hat angelegte Ohren, wie ein sich anschleichendes Raubtier.
Er hat einen fixierenden Blick, welcher das Pferd verunsichert.
Der Mensch verhält sich wie ein Raubtier
Verhaltensmerkmale u. a.:
Er ist aggressiv.
Er geht zielstrebig auf das Pferd zu. Ein Weidetier geht immer auf Umwegen mit Pausen zum Ziel.
Er klammert sich bei Angst oder Unsicherheit fest.
Die wichtigsten Eigenschaften eines Horseman
Artgerechte Einstellung , d. h., das Pferd so zu akzeptieren wie es von Natur aus ist, es nicht vermenschlichen zu wollen.
Unvoreingenommenheit , d. h., jede Übung unvoreingenommen zu probieren, nicht zu denken, das schaffen wir eh nicht; offen sein für Neues, nicht nur in eine Richtung zu denken.
Wissen, durch einen guten Trainer aneignen und ständig weiterbilden. Das was du lernst, nachdem du schon alles wusstest – das ist was zählt!
Kontrolle des eigenen Körpers , präzise die Körpersprache erlernen. Das Pferd liest immer deine Körpersprache und nicht deine Gedanken.
Ausgeglichenheit , falls du im Stress bist oder mit deinen Gedanken nicht beim Pferd, wirst du nicht die gewünschten Erfolge erzielen.
Korrekter Umgang mit den Hilfsmitteln , nur durch das richtige handling und den stufenweisen Druckaufbau, wirst du effektiv mit dem Pferd arbeiten.
Beiderseitiger Respekt , nicht nur das Pferd sollte Respekt haben auch der Mensch sollte dem Pferd Respekt erweisen.
Technik , nur durch Übung und Korrekturen kann man die richtige Technik erlernen.
Timing , ausschlaggebend für den Erfolg ist, im richtigen Moment das Richtige zu tun, sobald das Pferd nur ansatzweise dem Druck weicht, sofort den Druck rauslassen und das Pferd durch streicheln loben. Es zählt nicht so sehr was du tust, sondern wann du aufhörst es zu tun.
Die nötige Zeit , nimm dir am Anfang viel Zeit, dann wirst du später Zeit sparen; versuche nicht die Übung lösen zu wollen, sondern lasse sie lösen.
Viel Phantasie, versuche so abwechslungsreich wie nur möglich mit deinem Pferd zu arbeiten.
Merke: Verhalte dich nicht wie ein Raubtier!
Mehr zum Thema im Buch „Der Mensch als Leittier“ von Eike Ruckenbrod .
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