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Eike Ruckenbrod

Teil 5:

Die Hilfsmittel

Die Hilfsmittel werden eingesetzt, um unseren eigenen Dominanzbereich, der wesentlich kleiner ist, als der des Pferdes, zu vergrößern bzw. zu unterstützen. Sie helfen uns die Signale fein und gezielt zum Pferd zu leiten. Unersetzlich bei unserer Arbeit sind das Knotenhalfter, das Führseil und der Stock.

Das Knotenhalfter und das lange Seil

Das Knotenhalfter wird aus einem 6 mm starkem Nylonseil, mit sechs an bestimmten Stellen befindlichen Knoten, geknüpft. Es ist dadurch, dass es sehr leicht und locker am Pferdekopf liegt, angenehm zu tragen. Durch dieses Knotenhalfter ist es möglich feine Signale an das Pferd weiter zu leiten. In Verbindung mit dem Halfter benötigen wir ein Seil, das "lebt". Unser Seil besteht aus einer 4 m oder 7 m langen Yachtleine, mit 16 mm Stärke. Am Anfang des Seiles befindet sich ein Bullsnapkarabiner und am Ende eine kleine Lederklatsche. Wir machen das Pferd vor der Arbeit, mit dem Seil vertraut, denn das Seil ist ein Hilfsmittel und kein Angstmittel. Wir benutzen das 4 m Seil später, beim Reiten, als Zügel und das 7 m Seil, bei der Bodenarbeit, als Doppellonge. Der Bullsnap wird in das Halfter gehakt und gibt, bei Bewegungen des Seiles, das Signal direkt zum Pferdekopf weiter. Durch ein spezielles Innenleben und eine bestimmte Festigkeit des Seils, wird jeder Impuls vom Anfang bis zum Knotenhalfter geleitet. Die Wirkungsweise, sowie der Wirkungsgrad hängen von der Signalgebung ab. Wird Zug am Seil nach vorne ausgeübt, überträgt sich die Wirkung des Halfters, zum größten Teil, auf das Genick des Pferdes. Wird Zug am Seil nach hinten ausgeübt, verteilt sich der Druck auf den Nasenrücken und das Genick. Beim Rückwärtsrichten durch Seilschwingen, kommt es zu einer Reizung des Nasenrückens und seitlich des Nasenbeins. An diesem sind die Pferde besonders sensibel.

Der Wirkungsgrad eines Knotenhalfters ist erheblich größer, als der eines herkömmlichen Halfters, da die Einwirkung punktueller erfolgt. Sich gegen ein breites Stallhalfter zu lehnen ist für ein Pferd wesentlich einfacher, als sich gegen ein 6 mm starkes Seil zu stemmen. Dadurch ist eine feine Kommunikation mit dem Pferd möglich und wir haben, falls nötig, eine viel bessere Einwirkung auf das Pferd.

Aber Vorsicht!

Mit einem Knotenhalfter sollte ein Pferd nie unbeaufsichtigt angebunden (auch nicht im Hänger) oder frei laufen gelassen werden, da die Gefahr besteht, dass das Pferd mit dem Halfter irgendwo hängen bleibt, nicht mehr weg kommt, in Panik gerät und dagegen zieht. Dadurch, dass das Halfter sehr reißfest ist, könnte es sich am Genick verletzten oder schlimmstenfalls erdrosseln

So legst du das Knotenhalfter korrekt an

 

Versuche beim Anlegen des Halfters schnelle Bewegungen zu vermeiden, damit dein Pferd nicht kopfscheu wird und es angenehm für das Pferd ist. Streichle es bevor du ihm das Halfter anlegst, um Vertrauen aufzubauen.

1. Du stellst dich links neben den Kopf deines Pferdes und legst ihm das Seil über den Pferdehals.

2. Du greifst das Halfter mit beiden Händen und streichst das Nasenteil über den Nasenrücken deines Pferdes.

3. Du führst das Genickstück mit der rechten Hand hoch, legst es über das Genick und führst das Ende, von hinten nach vorne , durch die Schlaufe.

Das Halfter solltest du so anbringen, dass das Nasenteil nicht die Atmung behindert, nicht vom Pferdekopf rutschen kann und nicht den sensiblen Bereich des Nasenrückens verletzen kann, so circa 2 - 3 Finger unterhalb des Jochbeines. Bei sehr unsensiblen Pferden kannst du es vorübergehend auch etwas tiefer schnallen, um eine Reaktion zu erhalten.

Der Knoten zum Schließen des Halfters

 

 

 

4. Du hast das Genickteil, von hinten nach vorne, durch die Schlaufe des Halfters gezogen, bis das Halfter in der richtigen Höhe war. Jetzt machst du eine Schlinge nach rechts, führst das Ende unter der Schlaufe hindurch und steckst es durch die entstandene Schlinge.

Häufige Fehler beim Schließen des Halfters  

 

1. Das Seilende nicht an der Schlaufe, sondern an sich selbst zu verknoten, dadurch rutscht der Knoten leicht.

2. Den Knoten in die falsche Richtung knüpfen, dann seht das Ende störend in Richtung des Pferdeauges.

 

Der Kontaktstock  

Den Stock, den wir bei unserer Arbeit benutzen, ist 1,30 m lang, aus Fieberglas, relativ dick und dadurch sehr stabil. Er ist viel fester als eine Gerte und schnallst nicht. Er dient uns als Verlängerung der Arme und nicht, um das Pferd unkontrolliert zu verprügeln. Am Ende des Stockes befindet sich ein abnehmbares Seilchen, das 2 m lang ist. Dieses erweitert unseren Dominanzbereich zusätzlich. Bei manchen Übungen ist es sinnvoll, das Seilchen abzunehmen, weil es stört. Abgenommen dient uns das Seilchen, um das Pferd, beim Reiten, anzutreiben oder seitlichen Druck auszuüben. Die Steigbügel, beim Horseball, zusammen zu binden; wie einen Halsring, zum Reiten, zu benutzen oder beim Reiten mit einem Zügel, als Zügel.

Alle Hilfsmittel auf einen Blick


Die Stimme:

Mit Hilfe der Stimme kannst du die Aufmerksamkeit deines Pferdes erlangen. Aber gerade am Anfang solltest du auf dieses Hilfsmittel verzichten, denn dein Pferd macht nicht was du sagst oder denkst, sondern was deine Körpersprache ausdrückt. Du hast deine Emotionen besser unter Kontrolle, wenn du keine Sprache einsetzt.

Die Hände:

Durch das Hochheben deiner Hände kann deine Körpergröße und somit auch dein Dominanzbereich verändert werden. Durch Bewegungen, wie winken, klatschen oder mit den Fingern schnippen, kannst du leicht die Aufmerksamkeit deines Pferdes bekommen.

Das Futter:

 Durch die Gabe von Leckerlis werden Bettler erzeugt - das Pferd erzieht den Menschen.

 

Das Knotenhalfter:

Das 6 mm dünne Knotenhalfter gibt deine Signale, in Verbindung mit dem richtigen Seil, fein an den Pferdekopf weiter.

Das Seil:

Das Seil besteht aus einer 16 mm dicken Segelleine und 4 m (7 m) Länge. Es ist salzwasserbeständig. Durch eine spezielle Flechtung, "lebt" das Seil und auch ganz fein ausgeübter Druck wird weitergeleitet. Der relativ schwere Karabiner stoppt das Seil sofort, wenn kein Druck mehr ausgeübt wird.

Der Kontaktstock:

Der 1,30 m lange Stock ist aus Fiberglas. Er ist relativ dick und dadurch sehr stabil. Er schnalzt nicht, wie einen Gerte. Er dient als Verlängerung der Arme. Das abnehmbare, 2 m lange Seilchen erweitert deinen Dominanzbereich zusätzlich.

Der Zirkel, die Halle, das Viereck:

Der eingezäunte Bereich hindert das Pferd an der Flucht.

 

Mehr zum Thema im Buch "Der Mensch als Leittier" von Eike Ruckenbrod .

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