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Eike Ruckenbrod

Teil 2: Die Körpersprache

Die Körpersprache ist nicht nur zwischen den Tieren die wichtigste Form der Kommunikation, sondern auch zwischen den Menschen. Körperkommunikation ist non–verbale Verständigung, das heißt, sie funktioniert nicht über das gesprochene Wort. Durch die verbale Sprache hat der Mensch verlernt, seinen Körper als Kommunikationsmittel einzusetzen. Wenn man sich mit anderen Lebewesen verständigen möchte, ist die Körpersprache aber oft das einzige Mittel. Es existieren unmittelbare Zusammenhänge zwischen Körperhaltung und Bewegung, sowie Gefühlen, Gedanken und Mitteilungen eines Menschen. Der Mensch mag zwar mit seinen Worten (bewusst oder unbewusst) die Unwahrheit sagen, mit der Körperhaltung aber verrät er dann häufig, was von seinen Worten wirklich zu halten ist. Insofern ist die Aussage richtig, dass der Körper die Wahrheit spricht. Ohne begleitende Gesten bleibt die Sprache tot und unglaubwürdig. Erscheinung und Tonfall gehören zu den Körpersignalen, die manchmal andere Botschaften übermitteln, als die gesprochenen Worte. Die verbale Sprache übermittelt Fakten, während die Körpersignale die Bedeutung übermitteln. Der Körper spricht also immer die Wahrheit. Deshalb reagieren Pferde auch nur dann, wenn wir klar in unserer Körpersprache sind und nicht nur in unseren Gedanken. Das heißt, das was ich denke, muss auch mit meinen Körpersignalen übereinstimmen, um erfolgreich mit Pferden zu kommunizieren.

Wir Menschen sollten lernen, uns selber zu verstehen, damit uns die Pferde verstehen können!

Pferde kommunizieren untereinander durch Körpersprache. Wenn man die Möglichkeit hat eine Herde zu beobachten, wird einem schnell klar, wie die Körpersprache untereinander aussieht. Jede kleinste Bewegung wird wahrgenommen und sofort beantwortet. Das müssen wir Menschen wieder lernen. Denn erst wenn wir diese Sprache verstanden haben und „sprechen“ können, das heißt, winzige Bewegungen wahrzunehmen, denen wir früher keine Beachtung geschenkt haben, können wir mit den Pferden kommunizieren. Wir sollten auch darauf achten, unsere Bewegungen gezielter und eindeutiger einzusetzen, dann können uns die Pferde auch besser verstehen.

Die Fähigkeit, mit der Körpersprache positiv und überzeugend auf das Pferd zu wirken, entscheidet über den Erfolg in der Arbeit mit Pferden. Die meisten körpersprachlichen Signale kommen aus dem Unbewussten und werden von uns erst einmal nicht wahrgenommen. Deren Wirkung bekommen wir aber im Umgang mit den Pferden deutlich zu spüren, nämlich durch deren Reaktionen auf uns. Die Pferde reagieren sehr stark auf die unbewussten Signale, die wir Menschen aussenden. So ist es den Wenigsten bewusst, wie sie tatsächlich auf die Pferde wirken, welchen Eindruck sie auf das Pferd machen und welche unbewussten Signale sie senden. Es hängt oft vom Zufall ab, ob die richtigen Signale gesendet werden oder nicht. Wir sollten die Körpersprache lernen und bewusster einsetzen. Wenn wir diese Klarheit erlangen, wird uns das Pferd vertrauen und als Leittier respektieren.

Das Pferd kann menschliche (verbale) Kommandos erlernen, aber seine natürliche Sprache wegen unserer Unwissenheit nicht umdefinieren!

Mehr zum Thema im Buch „Der Mensch als Leittier“ von Eike Ruckenbrod .

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