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Artikel von Evelyn Gericks
Creative Training – Verhaltenstherapie für Tiere www.creative-training.de

Clickertraining – Mit Targettraining zum Ziel

Clickertraining ist eine positive Trainingsmethode, bei der der Trainer das Pferd immer dann lobt, wenn es etwas richtig gemacht hat. Der Clicker selbst ist eine kleine Box die ein Klick-Geräusch macht. Diese hilft dem Trainer das Timing genau zu bestimmen und das Pferd immer im richtigen Augenblick zu belohnen. Denn der Click ist kürzer und knackiger als Worte. Und wie lernt das Pferd, dass der Click meint: „Ja so ist es gut. Das hast Du richtig gemacht!“? Dazu muss man den Clicker mit was Gutem verbinden, z. B. Leckerlis. Weil man den Clicker konditionieren muss, nennt man den Clicker auch konditionierter Bestärker. Pferde konditioniert man am besten auf den Clicker, indem man clickt sobald sie ein Target (engl. Ziel) berührt haben – das ist am besten die eigene Hand, aus der das Pferd gefüttert wird. Diesen Vorgang wiederholt man ein paar Mal: Hand berühren - Click – Leckerli, Hand berühren - Click – Leckerli, Hand berühren - Click – Leckerli ...., bis das Pferd nach der Hand sucht, die ein Click und somit ein Leckerli produziert.

Wichtig:
- erst klicken
- dann mit der Hand zum Leckerli greifen
- dann bekommt das Pferd das Leckerli

Zur Erinnerung: der Clicker bedeutet 3 Dinge:
a) Ja, das was Du gemacht hast ist richtig.
b) Du darfst jetzt damit aufhören.
c) Eine Belohnung folgt.

Was ist Target Training?

Ein „Target“ ist ein Ziel. Mit Hilfe von Free Shaping trainiert man sein Pferd, sich auf ein Target zu konzentrieren. Das Pferd verknüpft das Target mit etwas Positivem.

Es gibt ganz verschiedene Targets. Die Aufstieghilfe, das Gebiss der Trense, das Heunetzt, ein Kochlöffel, der Steg oder die Pilone, um nur ein paar zu nennen. Ich kann mit meinem Pferd ein Targetspiel unterwegs machen, indem ich es alle Dinge mit der Nase berühren lasse, vor dem es sich zu fürchten scheint. Solch ein Spiel stärkt das Selbstbewusstsein des Pferdes und die Bindung zu seinem Besitzer. Nebenbei ist dieses Spiel eine tolle Möglichkeit sein Pferd geländesicher zu bekommen.

Target Training ist besonders wertvoll für ängstliche Pferde. Das Target kann als „Brücke“ zwischen dem Pferd und dem Objekt der Angst dienen. So lernt das Pferd, dass das was es fürchtet gar nicht so schlimm ist, weil das Target ja immer ganz toll war. So traut sich das Pferd schneller an das heran, wovor es sich fürchtet.

Und so geht es:

Besonders gut eignet sich ein Kochlöffel für das Targettraining. Den Kochlöffel hinten am Stiel halten und so vor sich halten, so dass das Pferd die Löffelspitze fast automatisch berühren kann. Man selbst schaut zur Löffelspitze. Das Pferd folgt oft unseren Blicken und schaut vielleicht auch zum Löffel – Click und Leckerli. Immer wenn das Pferd sich zum Löffel orientiert, gibt es einen Click – Leckerli. Langsam soll das Pferd sich dem Löffel nähern und ihn schließlich berühren. Wenn es den Löffel verlässlich berührt, dann können Sie den Löffel mal hier und mal dort, mal oben mal unten halten. Das Pferd soll den Löffel in jeder Position berühren.
Macht es das, können Sie den Löffel erst halten, und wenn das Pferd mit der Nase den Löffel
berührt, führen Sie den Löffel ein paar cm weg von der Nase. So muss das Pferd dem Löffel mit dem Kopf folgen, Click und Leckerli. Mit dieser Kochlöffelübung kann man das Pferd ganz toll dehnen.
Nutzt man ein langes Target, können Sie ihr Pferd auch sehr gut über Biegung gymnastizieren. Indem das Pferd dem Target folgt, können Sie bestimmen, wie hoch der Kopf des Pferdes in der Bewegung gehalten werden soll. Soll das Pferd in Dehnungshaltung gehen, hält man das Target dementsprechend tiefer, als wenn es in Aufrichtung gehen soll. Ohne Reiter und sonstige Hilfsmittel hat das Pferd die Möglichkeit sich frei zu bewegen und lernt sich selbst auszubalancieren.
Das stärkt das Bewegungsgefühl und die Muskeln des Pferdes. Sie können das Pferd um Pilonen herumführen, achten laufen lassen, über Stangen oder durch parallel verlaufende Stangen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Mit einem langen Target können Sie ihr Pferd gut aufwärmen, da sie es auch in verschiedenen Gangarten bewegen können oder nach dem Reiten als Cool-down-Training. Allerdings ist es wichtig, die Emotionen des Pferdes während der Arbeit mit dem langen Target zu beachten. Viele Pferde legen zunächst die Ohren an, weil sie so gern das Target berühren wollen, es aber nicht können. Da ist es wichtig erst dann zu clicken, wenn die Ohren des Pferdes entspannt sind. Am besten ist ein Ohr auf Sie gerichtet.