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Fleygur: "Nathi, bist Du eigentlich auch eines dieser fanatischen Reitmädchen gewesen und wo hattest Du denn erstmals Kontakt zu Islandpferden?"
Nathalie: "Na ich glaube schon, dass alle hier ein Stück weit meinen Kindheitstraum leben. Ich war genau eines dieser Mädels, die möglichst 7 Tage die Woche von früh bis spät ihre Zeit im Reitstall verbringen wollten. 1994 hatte ich durch Zufall im Urlaub auf dem Islandpferdegestüt Hausruckhof in Ampflwang, mit meinen beiden Freundinnen und heutigen Partnerinnen auf dem Bautzenhof, den ersten Kontakt zu Islandpferden. Wir verbrachten eine schöne Zeit und hatten so tolle Ausritte, dass vor allem Nicole und ich den Islandpferden ab diesem Zeitpunkt hoffnungslos verfallen waren. Daheim angekommen, suchten wir uns sofort eine Reitbeteiligung auf Islandpferden und kauften uns bereits ein Jahr später unsere ersten, eigenen Islandpferden."
Fleygur: "Der Bautzenhof steht heute für Vieles rund ums Islandpferd. Angefangen von den Reiterferien, natürlich den Reitstunden und Kursen, der Ausbildung von Reitpädagogen SG-TR über Turniere, Zucht, Pensionspferdehaltung, Beritt, Verkauf bis hin zu legendären Hoffesten. Was von all dem macht Dir eigentlich am meisten Spaß?"
Nathalie: "Eigentlich ist das gar nicht so einfach zu beantworten, denn prinzipiell macht mir alles Spaß und nach den mittlerweile 7 Jahren auf dem Bautzenhof haben wir auch gute Strukturen und ein tolles Team geschaffen, in dem jeder sein Ressort übernommen hat. Mir obliegt vor allendingen die Aufgabe, die vielfältigen Angebote zu koordinieren. Dabei ist mir besonders wichtig, den freundlichen und familiären Charakter des Hofes stets zu erhalten und zu fördern. Denn ich denke, der Spaß und die Freude am Islandpferd, die uns veranlaßt haben 2003 den Bautzenhof zu übernehmen, muss bei allen Aktivitäten und Angeboten erhalten bleiben und vermittelt werden. Am liebsten unterrichte und reite ich natürlich."
Fleygur: "Ihr seid ja ein relativ großes Team auf dem Bautzenhof. Erzähl doch mal, wer gehört neben Dir denn noch alles dazu und wie haben sich Eure Wege gekreuzt."
Nathalie: "Das Team auf dem Bautzenhof ist vor allem geprägt duch uns vier Eigentümer. Anita Weber, mit der ich schon 1989 gemeinsam die Ausbildung zur Krankenschwester gemacht habe. Sie ist hier für die Gastronomie und die Bautzenhof-Pension zuständig, aber auch wo immer eine helfende Hand gebraucht wird stets zur Stelle. Sei es beim Satteln mit den Reitschülern, bei der Hilfe im Stall oder in der Gesundheitsversorgung für Mensch und Pferd. Nicole Kohn ist IPZV Trainer C und mit mir für das Wohl der Pferde und Reiter auf dem Hof zuständig. Derzeit ist sie vorwiegend von ihrem im Herbst 2009 geborenen Sohn Lasse beansprucht. Auch wir kennen uns bereits seit 1990. Und Frank, mein Mann, der sich neben der vielfältigen Verbandsarbeit im IPZV und seinem Vollzeitjob als Dipl. Betriebswirt, hier auf dem Hof um die klassische Männerarbeit kümmert und natürlich um seine ganz besondere Vorliebe - der Zucht. Mein jüngster Bruder Felix Rosen, der dieses Jahr sein Abitur macht, ist mittlerweile aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Seit 2009 ist er IPZV Trainer C und hier neben dem Reitunterricht vor allem auch für das Einreiten der Jungpferde zuständig. Darüber hinaus unterstützen uns noch Matthias Jehle, der Tiermedizin studieren möchte und dieses Jahr hoffentlich den Trainer C macht, Nadine Maier, IPZV Trainer C sowie Simone Hutzenlaub, IPZV Trainer C, im Reitunterricht. Gemeinsam mit ihnen planen wir aktuell noch zusätzliche Angebote für die Zukunft. Nicht vergessen dürfen wir natürlich meinen Vater, der neben seinem Beruf als Lehrer hier in allen Reiterferienwochen für ein tolles und abwechslungreieches Rahmenprogramm sorgt."
Fleygur: "Kommt Dein ehemaliger Beruf als Krankenschwester auf dem Hof eigentlich gelegentlich auch noch zum Einsatz?"
Nathalie: "Nachdem wir Gott sei Dank eine sehr niedrige Unfallquote haben, werden wir beiden Krankenschwestern, Anita und ich, nur für kleinere Wehwechen benötigt. Jedoch ist es uns natürlich mit Hilfe unserer Ausbildung möglich, vor allem in den Reiterferien Kinder mit chronischen Grunderkrankungen zu betreuen und den Eltern dadurch eine Sicherheit zu bieten. Am meisten jedoch hilft uns unsere medizinische Grundausbildung für sämtliche krankheitlichen Probleme unserer Vierbeiner."
Fleygur: "Andere beschreiben Dich gern als "stets gut gelaunt und voller Tatendrang". Woher nimmst Du diese positive Energie?"
Nathalie: "Wahrscheinlich würde man mich heute als hyperaktives Kind einstufen. So brauchte ich schon früher viel Auslauf und wenn Frank früher (vor dem Bautzenhof) am Wochenende mal ausschlafen wollte, war mir spätestens um 9 Uhr langweilig. Was mich extrem motiviert ist, wenn sich Tier und Mensch hier auf dem Bautzenhof wohlfühlen und ich mit einem so tollen und motivierten Team arbeiten kann."
Fleygur: "Stichwort "Zucht". Bei Euch werden jedes Jahr 2 - 4 Fohlen geboren . Einer der Hoffnungsträger ist Edda-Embla, geb. 2006. Sie ist eine Vollschwester von Eldvör vom Lipperthof, die Siegerin des Dritteltreffen 2009 und bei der WM bei den 5-jährigen Stuten war. Was ist für Euch darüber hinaus das Besondere an Edda-Embla und wie sehen Eure Zukunftspläne für Eure Zucht aus?"
Nathalie: "Eigentlich ist der Bereich Zucht das Ressort von Frank und ich bin eher für die Geburtenregelung zuständig. Denn wenn es nach Frank ginge, hätten wir jedes Jahr mehr Fohlen. Was uns besonders wichtig ist, ist dass wir mit ausgesuchten und sehr guten Stuten züchten. Unter anderem ist neben der Mutter von Edda-Embla auch die Mutter von Elgur vom Steinadlerhof bei uns im Zuchteinsatz. Da man uns noch als relativ junge Züchter bezeichnen kann, gilt hier unser Dank vor allem Uli und Irene Reber, die uns stets kompetent und unvoreingenommen beraten haben. Sie haben uns durch ihr Fachwissen, dass sie immer gerne teilen, mit Sicherheit in unserem Zuchtziel beeinflusst. Frank hat mittlerweile die Ausbildung zum Materialrichter begonnen, damit wir uns auch in diesem Bereich kontinuierlich fortbilden und mehr Fachwissen erlangen.
Mit Edda-Embla sind wir uns noch nicht ganz einig. Wir hatten angedacht sie zu verkaufen, jedoch ist sie mittlerweile so in mein Herz gewachsen und macht uns so viel Freude, dass wir sie in diesem Jahr behutsam anreiten werden und sie auf ihre gerittene Materialprüfung im nächsten Jahr vorbereiten. Das besondere an Edda-Embla sind ihre lockeren, hochweiten Bewegungen und ihr extrem angenehmes Wesen. Da ich selbst derzeit einen Halbbruder von ihr reite, freue ich mich schon Edda-Embla zu reiten und ihre Entwicklung zu beobachten."
Fleygur: "Zum Abschluss noch unsere Standardfrage: Wenn Du Dir eine Person aus dem Bereich der Pferdeszene aussuchen könntest, mit wem würdest Du gerne mal bei einem gemeinsamen Ausritt ein längeres Gespräch führen und zu welchem Thema?"
Nathalie: "Mit Hinrich Romeike, dem Vielseitigkeitsolympiasieger von 2008 in Peking. Ich finde ihn sehr sympatisch und bin mir sicher, dass sich das Thema finden würde."
Fleygur: "Herzlichen Dank für das Interview, alles Gute und viel Erfolg weiterhin mit dem Bautzenhof."
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Fohlen auf dem Bautzenhof
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