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Hof des Jahres 2011

 
 
Fleygur Höfe des Monats

Hof des Monats April 2010 ist das Islandpferdegestüt Fjallaborg,
74597 Stimpfach

hier geht's zur Fleygur Website von Fjallaborg

 






Claudia Odermatt


Das Islandpferdegestüt Fjallaborg befindet sich im Südschwarzwald auf 800m ü/M. in der Gemeinde Ühlingen, nur 15 Minuten von Waldshut entfernt und liegt noch im Zollgrenzbezirk.
Die Wiesen sind seit über 25 Jahren biologisch bewirtschaftet und verfügen über eine grosse Artenvielfalt an Gräsern, Kräutern und Blumen. Die Landschaft ist hügelig, also ideal für die Aufzucht von Jungpferden. Fjallaborg bedeutet "kleine Stadt in den Bergen". Wenn man bedenkt, dass in Island eine kleine Stadt meist nur aus ein paar Gebäuden und einer Tankstelle besteht, dann trifft das auch auf Fjallaborg zu. Hier tankt man jedoch kein Benzin für den Motor sondern Ruhe für die Seele.

Fleygur: "Claudia, Fjallaborg bedeutet "kleine Stadt in den Bergen" und tatsächlich ist es ein traumhafter Islandpferdehof mit 23 ha Weideland und 3 ha Wald. Neben den großzügigen Stallungen und der Reitanlage, die kaum Wünsche offen lässt, gibt es auf Fjallaborg  z.B. auch eine eigene Quelle, einen kleinen Fischteich mit Forellen, eine gemütliche Ferienwohnung und vieles mehr. Wie bist Du zu so einem kleinen Paradies gekommen?"

Claudia: "In der Schweiz sind die Bauern durch das bäuerliche Bodengesetz sehr geschützt. Ohne eine bäuerliche Ausbildung oder einen Hof in der Familie ist es einer Privatperson nicht möglich, einen Bauernhof mit etwas Umschwung zu erwerben. Wir haben dann im Internet einen Suchauftrag aufgegeben und bereits in der ersten Woche war unser jetziger Hof mit dabei. Gerade hier an der Schweizer Grenze gibt es Probleme mit den Landkäufen der Schweizer Bauern, was wir auch nachvollziehen können.
 Erstens bekommen sie die EU-Beiträge, dann zollfreie Einfuhr in die Schweiz und dann können sie noch teurer verkaufen, der Schweizer Bauer steht also gegenüber dem Deutschen Kollegen um einiges besser daWir mussten nachweisen, dass wir in der Schweiz noch keinen Bauernhof besitzen und bekamen dann endlich die Genehmigung, den Hof zu kaufen."

Fleygur: "Du selbst reitest ja schon lange erfolgreich im Sport, bist auch schon seit über 10 Jahren im Schweizer Kader, was war Dein größter sportlicher Erfolg?"

Claudia: "Ich bin 3-fache Schweizer Meisterin im T1 und habe bei der MEM 2006 Bronze im T1 gewonnen."

Fleygur: "Du bildest Dich ja auch regelmäßig weiter, vom Vortrag bei Gerd Heuschmann, über einen Kurs mit Philipe Karl bis zum Dual-System von Hr. Geitner, bist Du vielseitig interessiert. Wo hattest Du diesbezüglich Dein größtes "Aha-Erlebnis"?"

Claudia: "Es gibt negative und positive Erlebnisse, die einen nachhaltig prägen. Da der Kurs mit Dr. Heuschmann erst kürzlich war und die vielen Erklärungen über die Biomechanik vieles von dem, was ich im Unterbewusststein mache, auch logisch bestätigen, würde ich dies wohl speziell hervorheben."

Fleygur: "Seit einigen Jahren trainierst Du mit Einar Oeder Magnusson und schätzt ihn sehr als kompetenten Reitlehrer. Was hast Du insbesondere von ihm gelernt?"

Claudia: "Er hat 4 Jahre den Schweizer Kader trainiert und hat dort viel erreicht. Die Grundausbildung wurde ernster genommen, die Pferde wurden konstanter gearbeitet, es war ein Faden in der Ausbildung. Er hat mir nichts speziell Neues beigebracht und trotzdem ist er ein Vorbild für mich, reiterlich und auch menschlich - eine Persönlichkeit."

Fleygur: "Ein besonderes Angebot auf Fjallaborg ist das Schwimmtraining im Pferdeschwimmbad. Wie kann man sich dieses Schwimmbad vorstellen,  wie sieht ein typisches Schwimmtraining aus und was bewirkt es?"

Claudia: "Hierzu gibts viele Infos auf unserer Homepage. Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir sehr vorsichtig mit dem Training anfangen. Anfangs wirklich nur eine Runde, dann genau beobachten, wie sich das Pferd verhält und dann individuell schwimmen lassen. Es ersetzt das Reiten nicht, unterstützt jedoch schonend den Muskelaufbau und wirkt speziell auch in der Rekonvaleszenz hervorragend. Mein Turnierpferd kam heute aus der Klinik, es musste ein Stück Griffelbein rausgenommen werden und leider ist der Fesselträger beeinträchtigt. Er hat nun erstmal Boxenpause. Wir werden jedoch schon nach 2 Wochen mit dem Schwimmen anfangen, da dies den ganzen Organismus "auf Trab" bringt und speziell bei solchen Verletzungen sehr gute Heilungschancen sind."

Fleygur: "Schwimmt denn eigentlich jedes Pferd?"

Claudia: "Bei uns ging bisher jedes Pferd ins Wasser. Die Pferde schwimmen jedoch komplett unterschiedlich. Das Kriterium, dass Schwimmen für den Rücken nicht gut ist, ist nicht ganz von der Hand zu weisen, umso mehr Erfahrung braucht es, um auch so ein Pferd vorsichtig daran zu gewöhnen. Auf keinen Fall darf man anfangs zuviel schwimmen. Am liebsten ist es uns, wenn die Pferde vom Besitzer regelmässig geritten werden und wir so ein Feedback zum Schwimmtraining bekommen."

Fleygur: "Abschließend noch unsere Standardfrage. Mit welcher Person aus dem Pferdesport würdest Du gerne mal bei einem längeren Ausritt ein Gespräch führen und wenn ja zu welchem Thema?"

Claudia: "Nebst den ganzen Weiterbildungen möchte ich beim Ausreiten einfach nur den Kopf frei haben, das Pferd geniessen können, Spass haben, am liebsten mit ein paar guten Freunden an meiner Seite. Also flott vorwärts!"

Fleygur: "Ja, da ist etwas dran. Spaß haben beim Reiten- für Reiter und Pferd, wohl das erstrebenswerteste Ziel. Herzlichen Dank für das Interview."



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Schwimmtraining auf Fjallaborg: Dass man Pferde schwimmen lässt ist keine neue Erfindung,
im Gegenteil, schon die Römer kannten den positiven Effekt des Wassertrainings.


 

 

 


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