
Claudia Odermatt
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Das Islandpferdegestüt Fjallaborg befindet sich im Südschwarzwald auf 800m ü/M. in der Gemeinde Ühlingen, nur 15 Minuten von Waldshut entfernt und liegt noch im Zollgrenzbezirk.
Die Wiesen sind seit über 25 Jahren biologisch bewirtschaftet und verfügen über eine grosse Artenvielfalt an Gräsern, Kräutern und Blumen. Die Landschaft ist hügelig, also ideal für die Aufzucht von Jungpferden. Fjallaborg bedeutet "kleine Stadt in den Bergen". Wenn man bedenkt, dass in Island eine kleine Stadt meist nur aus ein paar Gebäuden und einer Tankstelle besteht, dann trifft das auch auf Fjallaborg zu. Hier tankt man jedoch kein Benzin für den Motor sondern Ruhe für die Seele.
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Fleygur:
"Claudia, Fjallaborg bedeutet "kleine Stadt in den Bergen"
und tatsächlich ist es ein traumhafter Islandpferdehof
mit 23 ha Weideland und 3 ha Wald. Neben den großzügigen
Stallungen und der Reitanlage, die kaum Wünsche offen
lässt, gibt es auf Fjallaborg z.B. auch eine
eigene Quelle, einen kleinen Fischteich mit Forellen,
eine gemütliche Ferienwohnung und vieles mehr.
Wie bist Du zu so einem kleinen Paradies gekommen?"
Claudia: "In der Schweiz
sind die Bauern durch das bäuerliche Bodengesetz
sehr geschützt. Ohne eine bäuerliche Ausbildung
oder einen Hof in der Familie ist es einer Privatperson
nicht möglich, einen Bauernhof mit etwas Umschwung
zu erwerben. Wir haben dann im Internet einen Suchauftrag
aufgegeben und bereits in der ersten Woche war unser
jetziger Hof mit dabei. Gerade hier an der Schweizer Grenze
gibt es Probleme mit den Landkäufen der Schweizer
Bauern, was wir auch nachvollziehen können. Erstens
bekommen sie die EU-Beiträge, dann zollfreie Einfuhr
in die Schweiz und dann können sie noch teurer verkaufen,
der Schweizer Bauer steht also gegenüber dem Deutschen
Kollegen um einiges besser da. Wir
mussten nachweisen, dass wir in der Schweiz noch keinen
Bauernhof besitzen und bekamen dann endlich die Genehmigung,
den Hof zu kaufen."
Fleygur: "Du selbst reitest
ja schon lange erfolgreich im Sport, bist auch schon seit
über 10 Jahren im Schweizer Kader, was war Dein größter
sportlicher Erfolg?"
Claudia: "Ich bin 3-fache
Schweizer Meisterin im T1 und habe bei der MEM 2006 Bronze
im T1 gewonnen."
Fleygur: "Du bildest Dich
ja auch regelmäßig weiter, vom Vortrag bei
Gerd Heuschmann, über einen Kurs mit Philipe Karl
bis zum Dual-System von Hr. Geitner, bist Du vielseitig
interessiert. Wo hattest Du diesbezüglich Dein größtes
"Aha-Erlebnis"?"
Claudia: "Es gibt negative
und positive Erlebnisse, die einen nachhaltig prägen.
Da der Kurs mit Dr. Heuschmann erst kürzlich war
und die vielen Erklärungen über die Biomechanik
vieles von dem, was ich im Unterbewusststein mache,
auch logisch bestätigen, würde ich dies wohl
speziell hervorheben."
Fleygur: "Seit einigen
Jahren trainierst Du mit Einar Oeder Magnusson und schätzt
ihn sehr als kompetenten Reitlehrer. Was hast Du insbesondere
von ihm gelernt?"
Claudia: "Er hat 4 Jahre
den Schweizer Kader trainiert und hat dort viel erreicht.
Die Grundausbildung wurde ernster genommen, die Pferde
wurden konstanter gearbeitet, es war ein Faden in der
Ausbildung. Er hat mir nichts speziell Neues beigebracht
und trotzdem ist er ein Vorbild für mich, reiterlich
und auch menschlich - eine Persönlichkeit."
Fleygur: "Ein besonderes
Angebot auf Fjallaborg ist das Schwimmtraining im Pferdeschwimmbad.
Wie kann man sich dieses Schwimmbad vorstellen,
wie sieht ein typisches Schwimmtraining aus und was bewirkt
es?"
Claudia: "Hierzu gibts
viele Infos auf unserer Homepage. Grundsätzlich ist
zu sagen, dass wir sehr vorsichtig mit dem Training anfangen.
Anfangs wirklich nur eine Runde, dann genau beobachten,
wie sich das Pferd verhält und dann individuell schwimmen
lassen. Es ersetzt das Reiten nicht, unterstützt
jedoch schonend den Muskelaufbau und wirkt speziell auch
in der Rekonvaleszenz hervorragend. Mein Turnierpferd
kam heute aus der Klinik, es musste ein Stück Griffelbein
rausgenommen werden und leider ist der Fesselträger
beeinträchtigt. Er hat nun erstmal Boxenpause. Wir
werden jedoch schon nach 2 Wochen mit dem Schwimmen anfangen,
da dies den ganzen Organismus "auf Trab" bringt und speziell
bei solchen Verletzungen sehr gute Heilungschancen sind."
Fleygur: "Schwimmt denn
eigentlich jedes Pferd?"
Claudia: "Bei uns ging
bisher jedes Pferd ins Wasser. Die Pferde schwimmen jedoch
komplett unterschiedlich. Das Kriterium, dass Schwimmen
für den Rücken nicht gut ist, ist nicht ganz
von der Hand zu weisen, umso mehr Erfahrung braucht es,
um auch so ein Pferd vorsichtig daran zu gewöhnen.
Auf keinen Fall darf man anfangs zuviel schwimmen. Am
liebsten ist es uns, wenn die Pferde vom Besitzer regelmässig
geritten werden und wir so ein Feedback zum Schwimmtraining
bekommen."
Fleygur: "Abschließend
noch unsere Standardfrage. Mit welcher Person aus dem
Pferdesport würdest Du gerne mal bei einem längeren
Ausritt ein Gespräch führen und wenn ja zu welchem
Thema?"
Claudia: "Nebst den ganzen
Weiterbildungen möchte ich beim Ausreiten einfach
nur den Kopf frei haben, das Pferd geniessen können, Spass
haben, am liebsten mit ein paar guten Freunden an
meiner Seite. Also flott vorwärts!"
Fleygur: "Ja, da ist etwas
dran. Spaß haben beim Reiten- für Reiter und
Pferd, wohl das erstrebenswerteste Ziel. Herzlichen Dank
für das Interview."
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