Islandpferdehöfe, Islandpferdegestüte, Pensionsställe, Islandpferdehof des Monats Islandpferde Zucht, Züchter, Jungpferdeaufzucht, Pferdemarkt, Deckhengste, Stall, Islandpferdegestüt, Islandpferdehof Islandpferde: Beritt, Unterricht, Reittherapie, Kurse, Reitbeteiligungen, Wanderreitstationen Tierärzte | Pferdekliniken | Sommerekzem | Hufschmiede | Pferderecht | Urlaub | Fotografie | alternative Heilmethoden Zubehör für den Isländer: Sattel | Töltsattel | Pferdefutter | Reitanlagen | Onlineshops | Reitbedarf | Landwirtschaftlicher Bedarf
 

 

Zum Hof des Jahres 2009

 
 
Fleygur Höfe des Monats

Hof des Monats Mai 2009 ist der
"Hof der Pferde" - 29352 Adelheidsdorf
hier geht's zur Fleygur Website vom "Hof der Pferde"

 


Der Hof der Pferde ist ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Islandpferdezucht, Pension, Aufzucht aller Rassen und Ausbildung etwas anderer Art. Die Betreiber kombinieren die Islandpferdereitweise mit dem Umgang und den Grundsätzen des Natural Horsemanship. Ihr Angebot richten sie an anspruchsvolle Freizeitreiter, die mit ihnen die Liebe zum Pferd teilen und ihre Zeit gerne in Ruhe mit dem Pferd genießen möchten.


links: Daniela Groschopp beim Entwurmen eines Jungpferdes ohne Halfter.

Fleygur: "Frau Groschopp, wie kam es zum "Hof der Pferde"?

Daniela Groschopp: "Durch die Liebe zu den Pferden und dem Wunsch, die Pferde so zu halten, wie es mir gefällt, sind wir zu unserem Hof gekommen. Wir haben aus einem Milchviehbetrieb ein modernes Pferdeparadies gemacht. Der Name "Hof der Pferde" soll deutlich machen, dass es uns in erster Linie um das Wohl der Pferde geht. Der Spruch "Nur das Beste für`s Pferd." war beim Umbau immer wieder zu hören. Mir ist besonders wichtig, dass wir den unterschiedlichen Bedürfnissen der Pferde gerecht werden. Deshalb gibt es bei uns mehrere Herden, um den Futterbedürfnissen, Krankheitssymptomen und Charakteren gerecht werden zu können. Dadurch finden bei uns auch chronisch Kranke und alte Pferde eine gesunde Haltung. Nur ein ausgeglichenes und glückliches Pferd bringt dem Menschen viel Freude und bleibt lange gesund. Die schönste Bestätigung, ist die Entwicklung der kranken Pferde und Rentner."

Fleygur: "Sie bezeichnen Ihren Hof selbst, als "Das etwas andere Islandpferdegestüt mit Pensionspferdehaltung für alle Rassen". Was hat es mit dieser Bezeichnung auf sich?"

Daniela Groschopp: " Ursprünglich wollten wir einen reinen Islandpferdehof aufbauen. Da wir aus dem Bekanntenkreis schnell Einsteller mit anderen Pferderassen begrüßen konnten, wollten wir eine getrennte Herde anderer Rassen anbieten. Durch den unterschiedlichen Futterbedarf der Pferde, wurde schnell klar, dass nicht genug Herden gebildet werden konnten. Die Vorurteile der gemeinsamen Haltung waren mir bekannt. Wir wagten Mischversuche und das Ergebnis war verblüffend. Die Pferde bildeten bunt gemischt ihre Freundschaften und hielten sich nicht an die Vorurteile. Somit haben wir neben den reinen Islandpferdeherden auch gemischte Herden aller Rassen. Besonders wichtig ist mir die Offenheit der Reiter. Somit haben wir eine bunte Mischung echter Pferdeliebhaber. "

Fleygur: " Stichwort "Pferdepension": Sie haben es sich ja zur besonderen Aufgabe gemacht, den Pferden ein möglichst naturnahes und artgerechtes Leben zu ermöglichen. Wie kann man sich diese Form der Pferdehaltung bei Ihnen vorstellen "

Daniela Groschopp: "Man könnte meinen, dass die Haltung der Pferde in einer großen Herde mit reichlich Platz und Futter auch für unsere Reitpferde ausreicht. Da diese Form der Haltung nur einen Teil der Bedürfnisse zufrieden stellt und gleichzeitig erhebliche Nachteile mit sich bringt, versuchen wir einen gesunden Mittelweg zu gehen. Wir sorgen dafür, dass die Pferde sich ständig bewegen, viel frische Luft, Licht und ständig Wasser aufnehmen können, sowie sich vor der Sonne und den Insekten schützen können. Der ständige Kontakt zu Herdenmitgliedern stellt ein weiteres Grundbedürfnis des Pferdes dar. Entscheidende Unterschiede gibt es bei dem Futterbedarf, der Herdengröße und Zusammensetzung. Nicht jedes Pferd verträgt jedes Raufutter. Da die Bedarfsmengen sehr unterschiedlich sind, machen wir uns viel Arbeit bei der exakten Herdenzusammenstellung und Zufütterung der Pferde. Eine annähernd artgerechte Haltung erfordert viel Arbeit und ist leider auch kostenintensiv. Die gesunden und zufriedenen Pferde danken es uns."

Fleygur: "Sie bieten Unterricht und Kurse in Natural Horsemanship und feinem Reiten an. Wie würden Sie Ihren Unterrichtstil beschreiben?"

Daniela Groschopp: "Der klassische Islandpferdereitstil lässt sich hervorragend mit den Grundsätzen des Natural Horsemanship kombinieren. Vielen glauben, das die Reitweisen grundverschieden sind. Das kann ich nicht bestätigen. Das im isländischen bekannte Signalreiten ist sehr ähnlich. Mir ist es wichtig, alle Hilfen so fein wie möglich zu trainieren. Mit dem richtigen Training reicht die Körperspannung und Haltung aus, um alle Gänge einzuleiten. Die Zügel- und Schenkelhilfen werden auf ein Minimum reduziert. Das funktioniert auch bei faulen und schenkellahmen Pferden.
Ich bin nicht die richtige Trainerwahl, wenn es um Gangverbesserung geht. Pferdeliebhaber kommen zu mir, weil sie in jeder Hinsicht die Beziehung zu Ihrem Pferd verbessern wollen. Weil Ihr Pferd triebig oder bockig geworden ist, weil es wegrennt, unmotiviert hinter Ihnen her schlappt, manchmal schnappt oder sich nicht einfangen lässt. Oder weil es nicht so viel Vertrauen zum Menschen hat, dass es ihm in den Anhänger folgt. Die Beziehung zum Pferd lässt sich nicht vom Reiten trennen. Sicher sind kurzfristige Erfolge möglich. Stetige Erfolge und Verbesserungen findet man jedoch nur bei harmonischen Beziehungen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die Pferde auch unter dem Sattel verändern, wenn die Beziehung verbessert wurde. Die Pferde werden motivierter und machen besser mit. Sie wollen "Ihrem" Menschen gefallen und bemühen sich mehr. Wenn der Mensch gelernt hat, wie man sein Pferd am Besten belohnt und motiviert, geht alles etwas einfacher. Es gibt kein Patentrezept, jedes Pferd ist genauso individuell wie die Menschen. Daher wirken die Trainingsmethoden und Tipps auf jedes Pferd unterschiedlich. Die Kunst liegt darin, den Schlüssel zu finden. Dabei helfe ich den Menschen, die zu mir kommen."

Fleygur: "Ihre Zucht- und Verkaufspferde bilden sie selbst aus. Wie setzten Sie auch hier Ihre Kenntnisse aus dem Natural Horsemanship ein?"

Daniela Groschopp: "Jedes Pferd wird individuell gestartet. Die unterschiedlichen Charaktere erfordern unterschiedliches Vorgehen und auch unterschiedliche Zeiten. Manche Pferde sind mit dem Anblick der Satteldecke überfordert. Andere werden erst nervös, wenn Sie den Menschen nicht mehr sehen können, weil er auf dem Rücken sitzt. Damit das Pferdemaul geschont wird, werden alle Pferde erst mit Trense geritten, wenn Sie immer dem Druck des Seilhalfters nachgeben und in den Grundgangarten ruhig laufen können. Zeit, Ruhe und Geduld sind sicher die wichtigsten Komponenten bei der Ausbildung."

Fleygur: "Sie haben uns erzählt, dass Sie in Ihrer Praxis auch viel "Problempferdetraining" machen, angefangen bei Pferden, die sich schlecht verladen lassen, bis zu unterschiedlichsten Problempferden unter dem Sattel. Ist hier die Herangehensweise des Natural Horsemanship immer eine Lösung oder sehen Sie auch Grenzen?"

Daniela Groschopp: "Nein, auch im Natural Horsemanship hat man noch nicht für alle Probleme Lösungen gefunden. Es gibt immer Ausnahmefälle. Das Besondere im Natural Horsemanship ist die Vorgehensweise. Es gibt keine Generallösungen und keine Zeitvorgaben. Die Bedürfnisse des Pferdes werden genauso berücksichtigt und hinterfragt, wie die Charaktere und die physische Belastbarkeit. Bei jedem Druck und allen Konsequenzen, die manche Problemlösung erfordern, wird niemals der Respekt vor dem Pferd vergessen. Pferde die Angst haben werden anders behandelt, als solche die keinen Respekt haben. Wobei es auch nicht ungewöhnlich ist, dass ein Pferd beides abwechselnd zeigt. Beim Verladetraining ist das durchaus üblich. Hier ist besonderes Einfühlungsvermögen gefragt, um die Seele des Pferdes nicht zu brechen.
Ich identifiziere mich nicht mit allen Ausbildungsmethoden des Natural Horsemanship. Meines Erachtens wird das Ziel oft zu direkt verfolgt. Manche Pferde brauchen einen Umweg um gelassen zum Ziel zu gelangen. Mir ist manchmal der längere Weg lieber. Der Respekt, den das Pferd mir schenkt, setzte ich nicht auf`s Spiel. "

Fleygur: "Noch eine Standardfrage: Wenn Sie sich eine Person aus dem Bereich der Pferdeszene in Deutschland aussuchen könnten, mit wem würden Sie gerne mal bei einem gemeinsamen Ausritt ein längeres Gespräch führen und zu welchem Thema?"

Daniela Groschopp: "Die Person meiner ersten Wahl wäre klar Pat Parelli. Da der nicht aus Deutschland kommt, würde ich gerne mit Silke Vallentin ausreiten. Sie ist eine Parelli Natural Horsemanship Trainerin. Ich hatte noch keine Gelegenheit, sie kennen zulernen. Gerne würde ich mit Ihr über meine Ansätze und Sichtweisen zum Thema der unterschiedlichen Pferdepersönlichkeiten und dessen Auswirkung auf die Haltung, Fütterung und Ausbildung reden. Ich glaube, dass diese Thematik noch nicht ausrechend erforscht ist und hier viel Potential verborgen liegt. "

Fleygur: "Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Hof der Pferde für die Zukunft?"

Daniela Groschopp: "Wir haben uns vorgenommen, noch mehr auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Pferde einzugehen. Wir werden weitere Haltungsmöglichkeiten schaffen, um auch Pferden gerecht werden zu können, die sich in sehr kleinen Herden am Wohlsten fühlen. Daher werden wir Raum für Kleinstgruppen schaffen. Eine Einzelboxenhaltung wird es bei uns auch weiterhin nur bei Krankheit oder in absoluten Ausnahmefällen geben.
Für die Trainingsmöglichkeiten erweitere ich gerade unsere Angebote. Angelehnt an mehrere Vorbilder, entwerfe ich zur Zeit unseren "Spielplatz". Mein Ziel ist ein Trainings- Park, der für viel Abwechslung sorgt.
Wir sind stolz darauf, dass sich bei uns auch Freizeitreiter wohl fühlen, die keinen großen Trubel mögen. Bei uns findet jeder immer einen Platz, um mit seinem Pferd alleine zu sein. Das soll auch so bleiben. Wir werden hierfür noch mehr Annehmlichkeiten schaffen."

Fleygur: "Vielen Dank für das Interview. Wir finden Ihre Haltungsbedingungen wirklich außergewöhnlich und freuen uns schon, bald noch mehr von Ihnen zu diesem Thema in Form eines Fachartikels im Portal veröffentlichen dürfen."

Daniela Groschopp: "Herzlichen Dank für das nette Gespräch. An dieser Stelle möchte ich Ihnen zu dem sehr gelungenen Islandpferdeportal gratulieren. Dieses Wissensportal hat bisher gefehlt und wird sicher vielen Islandpferde Interessierten weiterhelfen."



Unterricht mit Halsring

 
 
     

 

 

 


 Pagerank  Tiere und Tierseiten

Pferde
Pferdeausbildung
Reitpony

Oldenburger

 


coyright © 2010 Fleygur GbR - Alle Rechte vorbehalten - Alle Angaben ohne Gewähr