| Fleygur:
"Frau Engel-Wülpern was bedeutet Töltmyllan,
wie entstand es und wer steht dahinter?" Nina
Engel-Wülpern: "Der Islandpferdehof
Töltmyllan liegt im Mühlenweg, und früher
wurde auf dem Hof eine Wassermühle betrieben.
Myllan ist das isländische Wort für Mühle-
der Name Töltmyllan stellt somit einen Bezug
zum Islandpferd und zur Geschichte des Hofes her.
Hinter Töltmyllan steht die Familie Engel, die
den Hof im Jahr 2000 gekauft hat und im Laufe der
Zeit das frühere Großpferdegestüt
an die Bedürfnisse der Islandpferde angepasst
und erweitert hat."
Fleygur:
"Sie haben in Wien Agrar- und Pferdewissenschaften
studiert und sind Besamungswartin für Pferde.
Was macht denn eine Besamungswartin genau?"
Nina Engel-Wülpern:
"Die Aufgabenbereiche eines Besamungswarts erstrecken
sich auf die Bereiche der Samengewinnung, der Samenverarbeitung
und der Besamung von Stuten."
Fleygur:
"Auf der FohlenFEIF der Regionalgruppe West e.V.
am 21.08.09 haben Sie die Siegerfohlen gestellt. Herzlichen
Glückwunsch! Wie würden Sie denn Ihr Zuchtziel
und den Weg dorthin beschreiben?"
Nina Engel-Wülpern:
"Vielen Dank! Unser Zuchtziel würde ich
in knappen Worten darin beschreiben, dass wir ausdrucksstarke
Pferde mit ehrlichem Charakter bei viel Tölt
und klarer Gangtrennung züchten möchten.
Ob Vier- oder Fünfgänger steht für
mich eher an zweiter Stelle, wobei ich es wichtig
finde Pferde mit herausragendem Rennpaß weiterhin
in der Zucht einzusetzen. Meiner Meinung nach gibt
es für einen Züchter nichts wertvolleres
als einen guten Stutenstamm. Bei der Anpaarung ist
es wichtig seine eigenen Stuten möglichst objektiv
einzuschätzen um so den passenden Hengst zu finden."
Fleygur:
"Sie ziehen ja nicht nur Ihre eigenen Fohlen
auf, sondern bieten auch Jungpferdeaufzucht an. Was
erwartet die Jungpferde bei Ihnen?"
Nina Engel-Wülpern: "Fohlen
und Jungpferde erwartet auf Töltmyllan auf den
großen, hofnahen Flächen eine tägliche,
gewissenhafte Rundum-Versorgung. Großen Wert
legen wir auf die ausreichende Mineralstoffversorgung
, die wir durch tägliche Gabe von an das Alter
angepasste Mineralfuttermittel sicherstellen. Die
Pferde wachsen im Herdenverband auf und haben jederzeit
Zugang zu großen Laufställen, die ausreichend
Platz für alle Pferde bieten. Wurmkuren und Hufpflege
werden 4x jährlich für alle Pferde durchgeführt,
Impfungen werden in den notwendigen Abständen
durch den Gestütstierarzt verabreicht. Die großflächigen,
hügeligen Weiden sind alle sicher mit Holzzäunen
eingezäunt und die Jungpferde können gemeinsam
mit ihren Artgenossen zu starken Reitpferden heranwachsen."
Fleygur:
"Ein weiterer Schwerpunkt Ihres Gestüts
ist der Reitunterricht. Hier bilden Sie sowohl Pferd
als auch Reiter nach den Grundsätzen der klassischen
Reitweise aus. Wo sehen Sie - gerade auch bei der
Gangpferdereiterei - die Vorteile der klassischen
Reitweise?"
Nina Engel-Wülpern:
"Kurz gefasst stellt die klassische Reitweise
die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes in
den Vordergrund und strebt die Harmonie zwischen Reiter
und Pferd an- ich denke ein Arbeiten mit dem Pferd
nach diesem Grundsatz wäre bei allen Reitweisen
erstrebenswert und wichtig!"
Fleygur:
"Sie legen viel Wert auf Sitz und Balance und
festigen dies bei Anfängern an der Longe. Longenstunden
sind ja in der klassischen Reitweise - auch für
fortgeschrittene Reiter - durchaus üblich. Bieten
Sie dies auch für Ihre fortgeschrittene Reiter
an und wenn ja wird dieses Angebot auch in Anspruch
genommen?"
Nina Engel-Wülpern:
"Longenstunden zur Sitzschulung und Verbesserung
der Balance werden sehr gerne auch von fortgeschrittenen
Reitern in Anspruch genommen und sind in regelmäßigen
Abständen für Reiter auf jedem Level sicherlich
sehr hilfreich."
Fleygur: "Zum Abschluss
noch unsere Standardfrage: Wenn Sie sich eine Person
aus dem Bereich der Pferdeszene aussuchen könnten,
mit wem würden Sie gerne
mal bei einem gemeinsamen Ausritt ein längeres
Gespräch führen und zu welchem Thema?"
Nina Engel-Wülpern:
"Mit dem Reitmeister Egon von Neindorff, zu dem
Thema Pferdeausbildung."
Fleygur: "Diesem
Gespräch würden wir uns sicherlich gern
anschließen. Vielleicht erhalten wir ja mal
die Möglichkeit es mit einem seiner Schüler
zu führen.
Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel
Erfolg mit Ihrer Zucht." |