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Hof des Jahres 2011

 


Fleygur Höfe des Monats

Hof des Monats April 2011 ist
derIslandpferdehof Lechleite "- 86316 Friedberg
hier geht's zur Fleygur Website vom "Islandpferdehof Lechleite "

 

 


Das Team Lechleite



Der Islandpferdehof Lechleite liegt sehr idyllisch im Lechtal an der Hügelkette „Lechleite“ direkt am Ortsrand der Stadt Friedberg vor den Toren von Augsburg.
Eine kleine ruhige Oase – und doch stadtnah, zentral und schnell zu erreichen. Am Rande des „Wittelsbacher Landes“ mit seiner reizvollen, abwechslungsreichen Landschaft mit wunderbaren kurzen und langen Reitwegen.


Fleygur: Sebastian, letztes Jahr habt Ihr beim anonymen Reitschultest der Zeitschrift „Cavallo“ 10,5 von 12 möglichen Punkten und damit das Prädikat „von Cavallo empfohlen“ erhalten. Zunächst Gratulation. Hast Du wirklich nicht gemerkt, dass es sich bei der neuen Reitschülerin um eine Redakteurin des Magazins handelte, die „so ganz nebenbei“ Dich und Deinen Hof auf „Herz und Nieren“ hin getestet hat?

Sebastian Frisch: Ich habe nichts gemerkt. Gar nichts! Vor einigen Jahren war ich mir noch sicher, wenn die uns mal testen, merke ich das sofort. Mittlerweile lese ich eigentlich keine Pferdezeitschriften mehr. Habe diese Tests also nicht mehr im Fokus und wurde prompt eiskalt erwischt. Vielleicht muss man aber auch dazu sagen, dass die Testerin nicht wirklich besonders gut geritten ist bzw. talentiert war (… ;-) ). Meine Reitstunde war auch nicht wirklich das, was ich persönlich unter einer „super Stunde“ verstehe. Man bekommt ja irgendwann eine gesunde Selbsteinschätzung, ob eine Stunde gelungen ist oder nicht und diese gehörte definitiv nicht zu  den Highlights.

Fleygur: Du und Deine Frau habt mit dem Islandpferdehof Lechleite eine traumhafte Anlage, die keine Wünsche offenläßt. Beim Cavallo Test wurde aber insbesondere Dein guter „Unterricht“ hervorgehoben. „Sebastian Frisch hat klare Theorien, die er logisch und anatomisch belegen kann.“  heisst es im Testbericht. Bei der Reitlehrer-Einzelbewertung hast Du drei von drei möglichen Hufeisen bekommen. Hättest Du denn mit dieser Bewertung selbst gerechnet?


Sebastian Frisch: Zunächst: Danke für das Lob mit der Anlage. Sie wächst in kleinen Schritten Stück für Stück, und zeigt, was dabei heraus kommt, wenn meine Frau und ich zusammen arbeiten ;-). Wir ergänzen uns sehr gut!
Zu der Bewertung: Ich hinterfrage meinen Reitunterricht regelmäßig, bin mein größter Kritiker, und stelle an mich im Unterricht sehr hohe Ansprüche. Ich weiß, dass die getestete Stunde „Standard gut“ – aber keine Glanzleistung war. Umso mehr freut es einen natürlich, drauf die höchst - Bewertung zu erhalten!! Und natürlich habe ich nicht damit gerechnet. Man rechnet nie mit so einem Test. Normalerweise gebe ich meinen Reitschülern grundsätzlich nach der Stunde ein ausführliches Feedback und nehme mir auch die Zeit selbst ein Feedback zu erhalten. „Heimlich“ – damit rechnet man nicht. Als ich von dem Test erfahren hab, war das Heft schon auf dem Markt. Entsprechend überrascht war ich – in jeder Hinsicht. Erinnern konnte ich mich sehr wohl an die Stunde. Obgleich ich sagen muss, dass hier auch ohne den Zusammenhang, und dadurch leider ein wenig fragwürdig zitiert wurde…. Aber das sollte bei einer derart positiven Bewertung „egal sein“. Fachlich ärgert es mich allerdings ein wenig…

Fleygur: Du bist als Reitleher ja Quereinsteiger. Ursprünglich bist Du Schauspieler, hast eine Tanzausbildung und immer schon Musik gemacht. Wie kam es zu diesem Wandel bei der Berufswahl?

Sebastian Frisch: „Live is what happens to you while you`re busy making other plans…”.  Ich bin auch als Kind schon geritten. Und die Pferde haben nach meiner Schauspielausbildung in München schneller eine Familie ernährt. Wenn ich nach der Abschlussprüfung direkt Theater – oder Fernsehangebote gehabt hätte, wäre es vielleicht anders gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon Nachwuchs. Es ist einfach so passiert und jetzt ist es gut wie es ist. Abgesehen davon sehe ich das gar nicht als großen Wandel. Ich wollte schon immer tun, was ich möchte – es ist eine Form von Freiheit. Und Reiten hat sehr viel mit Kunst, Tanz, Intelligenz, Kreativität und Freiheit zu tun. Wie Schauspielerei oder Musik auch.

Fleygur: Ein Drittel Deiner Reitschüler sind Männer, das ist vergleichsweise ein wirklich guter Schnitt. Wie schaffst Du es, auch die Männer so zahlreich für das Islandpferdereiten zu begeistern?

Sebastian Frisch: Das machen nicht wir, sondern die teuren Spritpreise ;-). Nein, ich glaube, dass ist zu einem großen Teil unsere Herangehensweise an den Unterricht. „Es gibt auch noch anderes“ auf der Welt, als Pferde und Reiten!!! Das ist sehr wichtig. Dieser „Abstand zur Sache“ macht für meine „männlichen Reitschüler“ die Situation sehr entspannt. Außerdem, was ist denn bitte schön ein Mann, der nicht reiten kann????? ;-)

Fleygur: Neben Deiner Tätigkeit als Reitleher, beschlägst Du alle Pferde selbst und kümmerst Dich größtenteils allein um alle landwirtschaftlichen Aufgaben. Außerdem trifft man Dich auch  regelmäßig auf  Meisterschaften und Showevents als Moderator. Dazu noch Deine Musikprojekte und –konzerte mit der Band „FRIEDER KOMMT“ … Woher nimmst Du all die Energie so vielseitig aktiv zu sein?

Sebastian Frisch: Weiß ich nicht. Bin ich vielseitig? Mir kommt es immer so vor, als mache ich viel zu wenig! Vielleicht ist es, was ich vorhin gesagt habe: ich möchte tun, was ich tun möchte, und was mir Spaß macht…

Fleygur: Im Sommer kommt Dr. Heuschmann für einen Vortrag zu Euch. Was versprichst Du Dir von dem Treffen?

Sebastian Frisch: Gerd Heuschmann war 2010 bereits an der Lechleite. Es gibt Gott sei Dank auch neben Dr. Heuschmann immer wieder Menschen, die sich trauen, Dinge offen auszusprechen. Es geht dabei nicht nur um das Anprangern von Missständen. Es geht in erster Linie um „Aufklärung“. Um positive Motivation in eine richtige Richtung. Wobei sich die Frage stellt, was ist schon richtig… sagen wir lieber in eine belegbare und erklärbare Richtung. Wir müssen weg von der Idee, dass Reiten nur Fühlen und Sport ist. Reiten ist in erster Linie mal „Kopfsport“. Konzentration, Wissen (!!!!). Und da ich mir selbst viel zu lange von IPZV – Ausbildern und Trainern und Richtern Halbwahrheiten, Nichtwissen und Blödsinn anhören musste, wollte ich selbst mein Wissen bereichern. Da kommt man heutzutage an Dr. Heuschmann nicht vorbei. Ich bin kein „Guru – Freund“. Es hätte auch ein anderer sein können, der mit Fakten in dieser „Pferdewelt aufräumt“. Es gibt viele gute Trainer und Reiter, die das Talent haben, „im Pferd zu lesen“. Gerd Heuschmann hat zudem das Talent, sein Wissen ansprechend, lehrreich und auch witzig zu vermitteln. Damit entspricht er der Philosophie an der Lechleite.

Fleygur: Abschließend noch unsere Standardfrage. Mit welcher Person aus dem Pferdesport würdest Du gerne einmal bei einem längeren Ausritt ein Gespräch führen und wenn ja zu welchem Thema?

Sebastian Frisch: Einen längeren Ausritt mache ich am liebsten ausschließlich mit meinem Pferd. Und mit dem unterhalte ich mich dann die ganze Zeit schweigend. Wenn es unbedingt eine Person sein muss (…?!), dann am liebsten mit einer - aus reitsportlicher Sicht -  ganz „unbekannten“ (z. B. eine Einsteller bei uns, oder ein guter Freund,  mit der/dem ich dann ebenfalls am liebsten schweige.


Fleygur: Wohl wahr. Manchmal sollte man wirklich einfach mal nicht mehr reden, sondern einfach nur genießen!





 

 

 


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