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Zum Hof des Jahres 2009

 
 
Fleygur Höfe des Monats

Hof des Monats Juli 2008 ist
der Reitbetrieb von Lucia Monse - 49525 Lengerich
hier geht's zur Fleygur Website von Lucia Monse

 



In der schönen Bauernschaft Wechte am Fuße des Teutoburger Waldes liegt der Reitbetrieb von Lucia Monse (diplomierte Reitpädagogin und Centered Riding Instructor).

Wald-, Wiesen- und Sandwege führen durch ein idyllisches Reitgelände. Seit 1994 bietet Lucia Monse hier Reitunterricht, heilpädagogisches Reiten und Pensionspferdehaltung an.

Der Hof bietet Offenstallplätze für 25 Islandpferde und verfügt über einen Reitplatz, eine Grasovalbahn, einen Trailpacours und ein schönes Ausreitgelände.

Fleygur: Lucia, uns interessiert an erster Stelle immer die Frage, wie die jeweiligen Hofbetreiber eigentlich "auf Islandpferd" gekommen sind. Kannst du uns kurz erzählen, welcher Weg dich hier auf den Hof und zu deiner heutigen Arbeit mit den Pferden geführt hat?

Lucia: Nun, mein erstes Islandpony habe ich, als ich 13 Jahre alt war, von meinen Eltern zu Weihnachten bekommen. Es war eigentlich Zufall, dass es ausgerechnet ein Isländer war. Ich habe ihn damals bei Anne Trappe auf dem Gestüt Brock eingestellt. Bei Anne auf dem Hof habe ich dann auch ein erstes Schulpraktikum gemacht. Die Arbeit mit den Pferden hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, so dass ich auch anschließend weiterhin dort gejobbt habe. Gleichzeitig hatte ich aber auch immer die Idee, dass ich später mal gerne mit Menschen arbeiten würde. Nach einer pädagogischen Ausbildung habe ich dann auch einige Zeit in Kindergruppen gearbeitet. Mein Traum war, beides beruflich miteinander zu verbinden. In der Schweiz habe ich bei Marianne Gäng (SGtR) die Ausbildung für Heilpädagogisches Reiten gemacht und dort 1994 als diplomierte Reitpädagogin abgeschlossen. Kurz danach bin mit meiner Familie hier auf den Hof gezogen und habe habe mich selbständig gemacht.

Fleygur: Jetzt bist du ja auch Centered Riding®- Instructor und wir durften gerade mal eine Schnupperstunde bei dir in Centered Riding® nach Sally Swift ausprobieren. Warum nutzt du gerade diese Unterrichtsmethode in deinem Reitunterricht?

Lucia: Zum einen macht es mir und meinen Schülern total viel Spaß. Beim Centered Riding® wird viel mit Bildern gearbeitet. Um z.B die Haltung und Anspannung der Hände zu erklären, bitte ich die Reitschüler, sich vorzustellen, sie hielten einen Vogel in der Hand. Diesen Vogel gilt es nicht zu zerdrücken, man muss aber auch aufpasssen, dass er nicht wegfliegt. Vorstellungsbilder zu verwenden, hilft die Grundlagen des klassischen Reitens erklärbar zu machen. Mit verschiedenen Bildern finden sich Lösungen für die feine Kommunikation mit dem Pferd. Es geht darum, die Körperwahrnehmung des Reiters zu schulen. Mit unterschiedlichen Übungen zur Körperwahrnehmung und Bewegung auf dem Pferd und/oder am Boden können wir völlig neue, oft ungeahnte Bewegungsmöglichkeiten entdecken.

Fleygur: Ja, das stimmt. Mir war z.B. vorher auch nicht bewußt, dass sich die Bewegung meines Körpers im Schritt mit der Vorstellung man führe rückwärts Fahrrad vergleichen läßt. Das ist faszinierend und einfach zugleich. Für wen eignet sich den Centered Riding® als Lernmethode?

Lucia: Centered Riding® eignet sich für jeden, der seinen Erfahrungsschatz in punkto Reiten erweitern möchte. Nicht nur für Kinder oder Anfänger ist es einfacher, Bewegungsabläufe mit Hilfe von Bildern leichter zu verstehen. Auch für Fortgeschrittene kann es hilfreich sein, sich automatisierte Bewegungsabläufe einmal bewußter zu machen. Wohl jeder fortgeschrittene Reiter weiß z.B., wie eine halbe Parade funktioniert, aber sind ihm die einzelnen Bewegungsabläufe auch bewußt? Centered Riding® hat zum Ziel, durch ein verbessertes Körpergefühl mit möglichst wenig Kraftaufwand und in größtmöglicher Harmonie mit dem Pferd zu reiten.

Fleygur: Dein Hof ist ja auch für behinderte Menschen gut ausgestattet. Nicht nur die Teilnehmer am heilpädagogischen Reiten, sondern auch Pensionisten, die eine körperliche Behinderung haben, kommen mit deinem Hebelift gut und sicher aufs Pferd. Warum hast du dich entschlossen neben der Aufstiegsrampe diesen Lift anzuschaffen?

Lucia: Der Lift garantiert einfach ein stressfreies und rückenschonendes Auf- und Absteigen für Reiter, Pferd und Helfer. Auf- und Absteigen sind Anfang und Ende jeder Reiteinheit, man sollte immer positiv starten und positiv enden können.

Fleygur: Gibt es eine Art "schönstes Erlebnis" in Deiner Arbeit mit den Menschen und Pferden hier auf dem Hof?

Lucia: Ach, da gibt es sicherlich viele sehr schöne Erlebnisse und Geschichten. Spontan fällt mir ein geistig behinderter Erwachsener ein, der ein ganzes Jahr lang mit seiner Gruppe zum heilpädagogischen Reiten gekommen ist, sich aber nie aufs Pferd getraut hat. Ich habe jede Woche mit ihm ein Pferd ausgesucht, fertig gemacht und mit ihm gemeinsam an die Aufstiegsrampe geführt. Dort ist er auch auf die Rampe gestiegen, aber im entscheidenen Augenblick, kurz vor dem Aufsteigen, immer wieder umgekehrt. Dann plötzlich, nach einem Jahr, kam der Moment, wo er sich getraut hat und aufgestiegen ist. Das war klasse.

Fleygur: Danke Lucia, für das Gespräch und natürlich die Reitstunde.

 


 

 

 


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