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Fleygur: "Was hat Euch
bewogen vor 25 Jahren mit der Islandpferdezucht zu beginnen?"
Dirk: „Mhm, also ich
konnte eigentlich gar nicht anders.“
Doris: „Für mich
war es ein Kindheitstraum.“
Fleygur: „O.k., was
bedeutet denn „Züchten“ für Euch?“
Doris: „Es bedeutet Visionen
zu haben. Man hat eine bestimmte Vorstellung von einem
Reitpferd im Kopf, was man züchten möchte. Man
sieht es praktisch schon vor sich und hat eine Intuition,
wie es sich später unter dem Sattel anfühlen
wird.“
Fleygur: „Und wie häufig
bestätigt sich diese Vorstellung später?“
Doris: „Natürlich
haut es nicht immer genau so hin, wie man es sich erdacht
hatte, aber das ist ja auch genau der Reiz, den das Züchten
ausmacht.“
Fleygur: „Was hat sich
denn in Punkto Zucht in all den Jahren verändert?“
Dirk: „Nun, die Pferde
sind einfach viel besser geworden. Man könnte sagen,
Islandpferde haben sich von netten Ponys zu guten Reitpferden
entwickelt.“
Fleygur: „Islandpferdezüchter
streben ja mit ihrer Zucht häufig einen bestimmten
„Typ Pferd“ an. Welche Zuchtziele habt Ihr?“
Doris: „Wir züchten
die Islandpferde, die wir selbst am liebsten reiten. Lockere
Naturtölter mit guten Nerven, angenehmen Temperament
und freundlichem Charakter."
Fleygur: „Wie sucht Ihr
die Väter für die Fohlen aus?"
Dirk: „Die Hengste sollten
immer die Stärken der jeweiligen Stute fördern
und ihre Schwächen ausgleichen. Dabei züchten
wir nicht mit „Modehengsten“, sondern achten
sehr auf die passende Abstammung. Mit Linienzucht haben
wir eine größere Vorhersehbarkeit und können
das erwünschte Erbgut einer Linie erfolgversprechend
sichern.“
Fleygur: „Was ist Euch
in der Aufzucht der Fohlen und Jungpferde denn besonders
wichtig.“
Doris: „Wir bieten den
Pferden große Weiden, die Anreiz zur Bewegung schaffen
und vor allem immer viel frisches Gras. Das bedeutet,
dass wir die Pferde regelmäßig wieder auf neue
Wiesen bringen müssen. Für die Jungpferde bringt
das Abwechslung und den Vorteil, bereits früh das
Fahren mit dem Anhänger zu lernen."
Fleygur: „Gibt es aus
züchterischer Sicht Vorbilder für Euch?“
Doris: „In Island sicherlich
Sveinn Guðmundsson.“
Dirk: „Ja und in Deutschland
Heinrich Quick.“
Fleygur: „Welche Ziele
und Pläne habt Ihr für die Zukunft?“
Dirk: „Eigentlich nichts
besonderes, als Züchter hat man generell immer das
nächste Fohlen im Kopf.“
Doris: „Ja und das sehe
ich schon wieder sehr genau vor mir.“
Fleygur: „Danke, für
das Interview und weiterhin viel Erfolg.“ |