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-Das Islandpferd
 
 

 

© Margit Heumann



AUSREITEN

Kims Unterricht wird immer abwechslungsreicher und anspruchsvoller. Zum Teil findet er bereits auf der Ovalbahn statt, wo die ISI-KIDS längere Strecken traben und galoppieren können. Langsam wird es Zeit für den ersten Ausritt ins Gelände. Dazu gibt es in den nächsten Reitstunden einige "Trockenübungen" auf der Ovalbahn und in der nächsten Umgebung des Hofes.

Abteilung bilden

Ausritte werden vorwiegend in geordneter Formation - das nennt man Abteilung - einzeln oder paarweise hintereinander gemacht.

Um eine Abteilung zu bilden, wird ein Anfangsreiter bestimmt, der sich mit "Anfang hier!" bemerkbar machen muss. Auf dem Reitplatz reihen sich alle anderen Reiter durch Abkürzen zügig, jedoch möglichst ohne Änderung der Gangart, dahinter ein. Auf der Ovalbahn dürfen die ISI-KIDS in ruhigem Tempo auftraben.

Abstände einhalten, verkleinern und vergrößern

Es ist wichtig, dass ein Reiter den Abstand zu seinem Vorderpferd bestimmen und halten kann. Der Normalabstand beträgt mindestens eine Pferdelänge (das weiß Kim schon), für das Reiten an Straßen sogar nur eine halbe Pferdelänge.





Um näher an das Vorderpferd zu kommen, treibt sie ihr Pferd schneller vorwärts, bis der gewünschte Abstand erreicht ist, dann muss sie sich wieder an das Tempo des ersten Reiters anpassen.

Im Gelände, besonders für schnellere Gangarten, werden die Abstände auf zwei Pferdelängen verlängert. Hier wird das Pferd zunächst etwas zurückgehalten und dann im Tempo des Vorderpferdes weiter geritten.

Kim muss sehr aufmerksam reiten, damit sie die verlangten Abstände über eine längere Strecke einhalten kann.

Paarweise reiten

Auf der Ovalbahn mit ihren weiten Kurven ist es für geübte ISI-KIDS recht einfach, zu zweit genau nebeneinander zu bleiben.


Schwieriger wird es, wenn sie Zirkel und enge Biegungen reiten soll. Da driften sie manchmal weit auseinander!


Um auf gleicher Höhe durch enge Kurven zu kommen, muss Kim energisch vorwärts treiben, wenn sie außen reitet, oder ihr Pferd etwas zurückhalten, wenn sie innen ist.

Im Trab verlangen diese Übungen noch mehr Konzentration, aber weil die ISI-KIDS gut aufpassen, machen das schon fast perfekt.

 


Überholen, Gegen die Gruppe reiten

Auf Ausritten kann es nötig sein, die Reihenfolge zu ändern. Darum müssen die ISI-KIDS lernen, wie sie am besten überholen bzw. sich überholen lassen. Wichtig ist, jedes Überholen anzukündigen, damit Reiter und Pferd vorgewarnt sind, und dann mit genügend Seitenabstand vorbei zu reiten. Es wird immer in gemäßigtem Tempo überholt, wenn möglich in fleißigem Schritt oder ruhigem Trab/Tölt. Wer überholt wird, muss damit rechnen, dass sein Pferd ebenfalls beschleunigen möchte und deshalb verhaltend einwirken.



Es kann auch nötig sein, die Position in der Gruppe zu wechseln. Wenn Kim von vorn nach hinten soll, muss sie umkehren (1), mit Sicherheitsabstand an den anderen vorbei reiten (2) und sich als letzter wieder einreihen (3).

Bodenunebenheiten

Was macht man im Gelände, wenn Äste, grobe Steine oder eine tiefe Pfütze zu überwinden sind? Da ist Schritt im Entlastungssitz angebracht, um es dem Pferd möglichst leicht zu machen. Kim übt über Stangen, Folien und Autoreifen, im Gleichgewicht zu bleiben, auch wenn ihr Islandpferd unregelmäßige und holprige Tritte macht.


Tiefhängende Äste

Im Gelände kann es vorkommen, dass plötzlich ein Ast in Reiterhöhe auftaucht. Dann muss Kim sich früh genug nach vorn auf den Pferdehals bücken, um nicht daran hängen zu bleiben. Kim lernt, unter einem von zwei Helfern gehaltenen Band durchzutauchen, ohne es zu berühren.

(Leider hatte keiner eine Hand frei zum Fotografieren!)

Straßenverkehr

Auf der Ovalbahn hat der Reitlehrer mit Stangen und Hütchen eine Kreuzung ausgelegt, wo die ISI-KIDS das Verhalten auf der Straße üben können. Danach verlegen sie die Lektionen auf die Wege direkt neben dem Hof.

Reiter müssen immer in einer geschlossenen Abteilung zu einem oder zu zweien (mit einer halben Pferdelänge Abstand) am äußersten rechten Fahrbahnrand Schritt gehen.

Wenn eine Straße überquert werden soll wird erst mal angehalten und dann auf Kommando des Anfangsreiters gemeinsam zügig darüber geritten.


Geordnetes Abbiegen hat das Ziel, dass alle Reiter möglichst schnell auf der anderen Seite sind. Auf Kommando des Gruppenführers biegen sie alle gleichzeitig ab, überqueren die Straße und reihen sich dann wieder hinter dem Gruppenführer ein.

Es ist sehr wichtig, dass nur solche Reiter und Pferde am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, die gut darauf vorbereitet sind.

Bergauf, Bergab

Gleich hinter der Ovalbahn gibt es eine Böschung, die ideal zum Üben ist.
Bergauf reitet Kim immer auf gerader Linie und im Entlastungssitz mit Hand in der Mähne, zunächst im Schritt, dann auch im Galopp.
Bergab geht es grundsätzlich im Schritt geradeaus hinunter, dabei muss Meike lotrecht sitzen und nur leichten Zügelkontakt halten.

Sicherheit, Rücksichtnahme

Bei einem Ausritt in der Gruppe muss die Sicherheit für alle Teilnehmer jederzeit gewährleistet sein.
Reiten im Gelände ist nicht hundertprozentig planbar. Kann sein, ein Reh läuft über den Weg, eine Plane flattert oder der Untergrund wird plötzlich rutschig. Darum müssen Geländereiter stets aufmerksam und vorausschauend reiten, damit sie entsprechend reagieren können.
Grundsätzlich werden Geländestrecke, Tempo und Gangarten so gewählt, dass der unsicherste Reiter oder das am wenigsten erfahrene Pferd nicht in Schwierigkeiten kommen.
Bei Begegnung mit Spaziergängern oder anderen Reitern wird grundsätzlich zum
Schritt durchpariert und freundlich gegrüßt.


Damit sind Kim und die ISI-KIDS reif für den lang ersehnten ersten Ausritt mit ihrer Reitlehrerin ins Gelände.

Nächstes Mal:


GANGARTEN



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