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-Das Islandpferd
 
 

 

© Margit Heumann



TÖLT REITEN

Tölt, das weiß Kim natürlich, ist das Beste an Islandpferden. Er ist bei allen Reitern das Haupt- und Dauerthema. Kim wünscht sich nichts mehr, als endlich auch zu den Töltreitern zu gehören und mitreden zu können.

Taktklarer Tölt

Heute ist es so weit: Die erste Töltstunde. Wie immer beginnt es mit einer Seh-Übung.

...


Dann kommt die Praxis: Um einen ersten Eindruck zu bekommen, darf Kim auf der Ovalbahn einen Naturtölter reiten. So nennt man ein Islandpferd, das den taktklaren Tölt ohne besondere reiterliche Einwirkung anbietet.

Nach dem Aufwärmen ihres Pferdes im Schritt und Trab befolgt Kim die Anweisungen des Reitlehrers sehr genau. Sie achtet im Schritt darauf, dass die Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen gut zusammenwirken. Durch vermehrtes Treiben (Gewicht, Schenkel, Stimme, ev. Gerte) bei gleich bleibendem Zügelkontakt wird der Schritt immer flotter, bis das Pferd von allein in den Tölt wechselt. Dabei wird aus der gemütlichen Schaukelbewegung des Schritts eine flache Kreiselbewegung, die den Reiter fast erschütterungsfrei mitnimmt. Es fühlt sich an, als ob das Pferd sein Gewicht in rascher Folge von einem Bein an das andere abgibt. Ein tolles Gefühl! Es ist unendlich bequem, hat einen mitreißenden Takt, scheint gleichzeitig mühelos, sportlich-flott und irgendwie königlich.

Der erste Versuch dauert nicht einmal hundert Meter, aber es reicht vollauf, um Kim für den Tölt zu begeistern.

Jetzt möchte sie natürlich alles über diese Gangart wissen und nur noch tölten. Der Reitlehrer bremst: Nicht jede folgende Reitstunde kann eine Töltstunde sein, aber er verspricht, ihr in den kommenden Wochen das Wichtigste über Tölt beizubringen.

Die Fußfolge kennt Kim schon:


Bei gutem Tölt ist der Zeitabstand zwischen dem Auffußen der einzelnen Hufe genau gleich, sodass ein klarer Viertakt zu hören ist.

Hilfen im Tölt

Die Hilfen im Tölt können von Pferd zu Pferd ziemlich unterschiedlich sein. Darum ist die folgende 1-2-3-Anleitung kein allgemein gültiges Rezept. Die Feinheiten, die für das einzelne Pferd richtig sind, sollte ein Töltanfänger immer von seinem Reitlehrer erfahren.




Mit diesen Hilfen kann Kim ein einfach zu töltendes Pferd sehr schön reiten. In den folgenden Unterrichtsstunden darf sie diese 1-2-3-Anleitung auf verschiedenen Pferden anwenden. Das ist sehr wichtig, denn nur durch das Reiten von gut ausgebildeten Pferden bekommt sie das richtige Gespür für die Töltbewegung im geregelten Viertakt. Dabei merkt sie auch, dass nicht alle Pferde auf dieselbe Weise angetöltet werden können.

Antölten

Wie wird ein Islandpferd korrekt angetöltet? Die 1-2-3-Anleitung für das Antölten sieht so ähnlich aus wie die für die Hilfen im Tölt, allerdings umfasst sie zusätzlich die wichtigsten Vorbereitungsschritte. Dazu gehören:




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Halbe Paraden:
Durch annehmend-nachgebende Zügelhilfen bei gleichzeitig energisch treibenden Gewichts-, Schenkel- und unterstützenden Hilfen wird die Hinterhand aktiviert.


Verkürzter Schritt:
Energisches Treiben gegen annehmend-nachgebende Zügelhilfen verbessern Aufmerksamkeit und Haltung.




Anhalten:
Ganze Paraden zum Halt bringen ein Pferd dazu, mehr Gewicht mit der Hinterhand aufzunehmen.





Biegungen:
Das Reiten von Schlangenlinien löst Verspannungen.

 

Welche Lektionen wie angewandt werden, hängt vom Typ des Pferdes ab. Auch hier ist für die angepasste Feinabstimmung die Unterstützung des Reitlehrers gefragt.



Taktfehler

Nicht alle Islandpferde gehen Naturtölt, manche verschieben den Takt - bei gleich bleibender Fußfolge - in Richtung Trab oder Pass. Diese Taktfehler entstehen dadurch, dass die Zeitabstände zwischen dem Auffußen der einzelnen Hufe unregelmäßig werden.

Grob kann man die Tölter in drei Typen einteilen:

Es gibt den Naturtölter, der immer einen klaren Viertakt geht.

Der Passtölter betont die lateralen (= gleichseitigen) Beine, weil der Takt zum Pass hin verschoben wird.

Beim Trabtölter ist der Takt zum Trab hin vorschoben, dadurch werden die diagonalen Beine betont.





Islandpferde, die zu Taktfehlern neigen, sollten nur von fortgeschrittenen Reitern getöltet werden. Solche Pferde müssen durch vorbereitende Übungen, individuell angepasste Hilfen, entsprechende Ausrüstung und mit viel Gefühl zum klaren Viertakt gebracht werden. Auch Kim wird das irgendwann lernen.

In den Töltstunden der nächsten Monate geht es darum, das Gefühl für den Tölt zu festigen und die Hilfengebung auf verschiedenen Pferden zu üben. So lernt Kim, sich auf das jeweilige Pferd einzustellen.

Nächstes Mal:

FINALE



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