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Fragen - 10 Antworten
Wann hattest Du zum ersten mal Kontakt zu Islandpferden?
Mein erster Kontakt zu Islandpferden war mit 10 Jahren. Ich ritt in einem Großpferdestall und hatte ziemlich viel Angst- im Umgang und beim Reiten. Dann machte ich in den Sommerferien eine Reitfreizeit auf einem Islandpferdehof in Haslach im Schwarzwald. Die Pferde standen in Gruppen zusammen und waren extrem brav und hatten trotzdem ihren eigenen Kopf und immer noch sehr viel Leben. Dort habe ich gelernt ohne Angst Vorwärts zu reiten - Angst vor Geschwindigkeit gab es dann nicht mehr.
Wann hast Du Dich entschlossen Trainer zu werden?
Ab meinem 16 Lebensjahr wollte ich Reitlehrer werden, abwechselnd mit Golftrainer und Theaterregisseur ;)
Mit 20 bin ich dann ins Münsterland gezogen um eine private Ausbildung im Reitzentrum Reken zu machen. Seither kamen viel Fortbildungen und Trainerlehrgänge dazu. Seit 2005 bin ich auf dem Lindenhof bei Sabine und Andreas Trappe und habe mich dort als Reitlehrer und Trainer selbsständig gemacht.
Nimmst Du heute noch selbst Unterricht und wenn ja, bei wem?
In Reken hatte ich das Glück bei vielen bekannten Lehrern und Trainern Unterricht zu bekommen u. A. Linda Tellington - Jones, Richard Hinrichs, Klaus Balkenhol, Karsten Huck und noch viele mehr. Seit ich auf dem Lindenhof bin profitiere ich sehr von der langen Erfahrung von Andreas Trappe. Wir reiten viel zusammen und besprechen individuell die Probleme jedes Pferdes, Gebäudeprobleme und wie man damit umgeht, Ausbildungsfehler, Turniertraining und so weiter. Letztes Jahr war ich 3 Wochen bei Jens Füchtenschnieder und er hat mir auch sehr viele Anregungen für mein eigenes Training und meinen Unterricht gegeben.
Welches Pferd würdest Du gerne einmal reiten?
Kein bestimmtes aber liebend gerne mal einen extrem guten 5- Gänger. Hast Du Vorbilder?
Ich habe viele Vorbilder. Einer der ersten der ein großes Vorbild für mich war, ist Jean-Claude Dysli durch seine lässige aber konsequente Art mit Pferden zu arbeiten. Sehr geprägt hat mich auch die Arbeit bei Klaus Balkenhol, dessen Pferde so gut und fein ausgebildet sind durch seine souveräne und bodenständige Arbeit. Fredy Knie senior der mit seiner humorvollen Art jedes Pferd so gearbeitet hat, das es auch unter vielen Manegenpferden seine Persönlichkeit behalten konnte. Und so kann ich weiter eine Liste aufzählen - über Ursula Bruns, Richard Hinrichs, Andreas Trappe, Walter Feldmann, Linda Tellington- Jones und und und- ich denke ich konnte von fast jedem Ausbilder einen kleinen Baustein für mich mitnehmen und bewundere viele von diesen Pferdemenschen auch heute noch. In welche andere Reitweise würdest Du gerne mal hineinschnuppern?
Ich habe viele Reitweisen bis jetzt schon kennenlernen dürfen und Gangpferde reiten und Springen sind meine Lieblings-Reitsportarten, aber sehr gerne würde ich noch mehr über das Westernreiten lernen, da ich denke, das es sich in vielen Bereichen mit dem Islandpferdereiten ergänzen würde.
Was war Dein schwierigstes Pferd?
Mein schwierigstes Pferd war ein Shagya Araber, den ich zum einreiten hatte. Er war sehr gut und lernwillig bis irgendetwas ihn gestört hat und dann wurde er extrem gefährlich und rannte panisch durch alle Begrenzungen und Zäune und verletzte sich auch selbst dabei. Einmal stürzte er sogar in einen Teich, da er nicht mehr wusste, was er tat. Das anreiten gestaltete sich also sehr schwierig. Obwohl die Besitzer immer wieder versicherten, das er nie etwas schlimmes erlebt habe, bekam ich heraus, das er einen Kutschunfall beim einfahren hatte. Zweispännig konnte man ihn noch fahren, einspännig nicht mehr (die Besitzer wussten es tatsächlich nicht). Und so habe ich ihn dann auch geritten, immer nur zu zweit und mit vielen winzig kleinen Schritten....
Was liebst Du ganz besonders an Deinem Job?
Am meisten liebe ich die Vielfalt die der Beruf als Reitlehrer und Trainer mitbringt. Kein Tag ist Routine, jede Unterrichts- oder Trainingsstunde ist anders und selbst wenn man einen tollen Plan hat, kann es sein, das man immer noch Plan B im Hinterkopf haben muß. Es gab mal zwei Winter lang eine Möglichkeit für mich in einem ganz tollen Dressurstall zu trainieren, toller Unterricht, Pferde bis Grand Prix Niveau und ein tolles Team - aber ich habe gemerkt, das mir der Kontakt zum Kunden und der Unterricht total gefehlt hat. Zur Zeit habe ich eine perfekte Mischung aus Training und Unterricht (nur Unterricht ist auch nicht so gut) - und das macht Spaß! Was war Dein schönster Moment mit Islandpferden?
Es gibt sehr viele schöne Momente, die ich mit Islandpferden erleben durfte - ich denke gerade nach während ich das hier schreibe und spontan kommen mir zwei Gelegenheiten in den Kopf. Das erste Erlebnis war mit meiner Stute Finna von Reken, die ich selber gezogen habe und die mein Wunschpferd war und ist. Wir waren auf einem Turnier und ritten gerade die T3 - ich habe nichts mehr um mich herum wahrgenommen, nur die absolute Verbindung zwischen meinem Pferd und mir, das war traumhaft und hat mich sehr berührt und nachhaltig geprägt. Der zweite Moment war eine Fohlengeburt. Ich kam eines morgens auf die Wiese der Zuchtstuten des Lindenhofs, um zu kontrollieren ob alles in Ordnung ist und fand ein gerade geborenes Fohlen. Nach ein paar Minuten legte sich eine andere Stute direkt vor mich hin und bekam auch ihr Fohlen. Auch wenn ich so etwas schon öfter erlebt habe, ist es doch immer wieder etwas besonderes. Dein Unterrichtsstil in 3 Worten?
Kompetent, vermittelnd und meist lustig.
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